Zum Hauptinhalt springen
Routen & Reiseziele13 min Lesedauer

Wohnmobil Toskana —
die Tipps, die vor der Sehenswürdigkeitenliste kommen

ZTL-Zonen, Mautklasse B, Fahrzeuglänge auf Straßen aus dem 14. Jahrhundert — und eine 14-Tage-Route ab Würzburg mit echten Kilometern.

Von Ben NeuendorfAktualisiert: September 2026
Weißer Kastenwagen-Camper mit festem Hochdach steht auf einem Schotterstreifen an einer schmalen Landstraße in der Val d'Orcia, dahinter goldbraune Getreidehügel, eine Zypressenallee entlang eines weißen Feldwegs und ein Steinhaus auf der Kuppe im Nachmittagslicht

Der wichtigste Tipp für die Toskana mit dem Wohnmobil hat nichts mit Sehenswürdigkeiten zu tun: Fahr nicht in die Altstädte hinein. Fast jeder Ort zwischen Lucca und Montepulciano hat eine kameraüberwachte Sperrzone, die ZTL. Jede Durchfahrt kostet rund 100 Euro, und jede Kamera rechnet einzeln ab. Der Bescheid kommt vier Monate später nach Hause, wenn die Reise längst vorbei ist.

Die schönen Seiten der Toskana stehen in jedem Reiseblog. Was in keinem steht: was die Maut mit einem 2,70 Meter hohen Fahrzeug kostet, wie lang ein Camper sein darf, damit die Zufahrt nach Volterra funktioniert, und wo man legal übernachtet. Genau das steht hier. Alle Entfernungen sind ab Würzburg gerechnet, weil unsere vier Fahrzeuge dort stehen.

1. Die Toskana mit dem Wohnmobil — die Zahlen, die die Planung bestimmen

Die Toskana ist mit rund 23.000 Quadratkilometern etwa so groß wie Hessen, hat aber die Straßenstruktur einer Landschaft, die vor dem Automobil gebaut wurde. Die Orte liegen auf Hügelkuppen, die Verbindungen dazwischen sind Serpentinen, und die Zufahrt in die Zentren ist entweder gesperrt oder so eng, dass sie es faktisch ist.

Vier Zahlen entscheiden über die Planung:

Die Eckdaten für eine Toskana-Tour

930 Kilometer von Würzburg bis Lucca oder Florenz — zwei Fahrtage hin, zwei zurück

14 Tage Mindestdauer, damit vier davon nicht die halbe Reise sind

Rund 6 Meter ist die Grenze, ab der die Zufahrten unangenehm werden

Etwa 550 Kilometer Fahrleistung innerhalb der Toskana bei einer Rundreise

Wer nur eine Woche Zeit hat, fährt besser an den Gardasee. Der liegt 330 Kilometer näher und lässt sich in sieben Tagen ohne Hetze machen. Die Toskana in einer Woche bedeutet: vier Tage Autobahn, drei Tage Toskana.

2. Anfahrt ab Würzburg — 930 Kilometer, aufgeteilt auf zwei Tage

Die Strecke läuft über die A3, A9, A8, A93, die Inntalautobahn, den Brenner, die A22 durch Südtirol und das Trentino und ab Modena auf der A1 nach Florenz. Reine Fahrzeit laut Routenplaner: rund zehn Stunden. In der Praxis werden daraus elf bis zwölf, weil ein 3,5-Tonner am Brenner nicht mit 130 hochfährt und weil zwei Tankstopps und eine Mittagspause dazukommen.

Deshalb teilen wir die Anfahrt grundsätzlich. Erste Nacht in Innsbruck, Sterzing oder Brixen, am nächsten Morgen über den Pass und weiter nach Süden. Das kostet einen halben Reisetag und spart einen kompletten Erholungstag am Ziel.

Ein Punkt, der 2026 dazugehört: Die Luegbrücke auf der Brennerautobahn wird saniert und ist über weite Strecken nur einspurig je Richtung befahrbar. Die Baustelle läuft noch bis etwa 2030. An Wochenenden und zu Ferienbeginn steht man dort — wer kann, fährt unter der Woche und früh.

3. Maut und Vignette 2026 — rund 110 bis 130 Euro hin und zurück

Drei Posten liegen zwischen Würzburg und der Toskana. Keiner davon ist optional, wenn man die Autobahn nimmt.

PostenGilt fürKosten
Vignette Österreich10 Tage, Fahrzeuge bis 3,5 t12,80 €
Brennerautobahn A13Sondermaut, je Richtung12,50 €
A22 und A1 bis FlorenzItalien, Tarifklasse B, je Richtungca. 35–45 €
Summe hin und zurückVignette plus beide Länderrund 110–130 €

Der teuerste Irrtum steckt in der letzten Zeile. In Italien entscheidet nicht das Gewicht über den Tarif, sondern die Fahrzeughöhe über der Vorderachse. Liegt sie über 1,30 Meter, gilt Tarifklasse B — und die gilt für jedes Wohnmobil. Unsere Fahrzeuge sind 2,70 bis 2,72 Meter hoch, wiegen unter 3,5 Tonnen und sind mit Klasse B fahrbar. An der Mautstation zählt trotzdem nur die Höhe. Wer mit Pkw-Tarifen rechnet, liegt am Ende rund 30 Euro daneben.

Die aktuellen Vignettenpreise stehen direkt bei der ASFINAG, die Tarifsystematik für italienische Autobahnen erklärt die Maut-Übersicht des ADAC für Italien.

4. ZTL — der teuerste Fehler, den man in der Toskana machen kann

Die Zona a Traffico Limitato ist eine Sperrzone für den Durchgangsverkehr, markiert durch ein weißes rundes Schild mit rotem Rand und die Buchstaben ZTL. Dahinter steht eine Kamera, die jedes Kennzeichen erfasst. Ausnahmen für Wohnmobile gibt es nicht, Ausnahmen für ausländische Kennzeichen auch nicht — der Bescheid wird über die Halterabfrage zugestellt und ist in Deutschland fünf Jahre vollstreckbar.

Florenz

Montag bis Freitag 07:30 bis 20:00 Uhr, Samstag 07:30 bis 16:00 Uhr. Von April bis Oktober kommt donnerstags bis samstags eine Nacht-ZTL von 23:00 bis 03:00 Uhr dazu. Mit dem Wohnmobil hat man dort ohnehin nichts verloren — man stellt außerhalb ab und fährt mit Tram oder Bus.

Siena

Das historische Zentrum ist dauerhaft gesperrt, nicht nur zu bestimmten Zeiten. Der Wohnmobilstellplatz liegt unterhalb der Altstadt, von dort sind es etwa fünfzehn Minuten zu Fuß bergauf zur Piazza del Campo.

Lucca

Alles innerhalb der Renaissance-Stadtmauer. Außen herum läuft ein Ring mit Parkplätzen, und die Mauerkrone selbst ist ein 4,2 Kilometer langer Rad- und Fußweg — der schönste Weg, diese Stadt anzuschauen.

San Gimignano, Volterra, Montepulciano, Pienza

Überall dasselbe Muster: Parkplatz am Ortsrand, meist gebührenpflichtig, dann zu Fuß durch das Stadttor. Wohnmobile zahlen auf kostenpflichtigen Parkplätzen in Italien regelmäßig einen Aufschlag von 50 Prozent gegenüber Pkw.

Der ADAC beziffert das Bußgeld auf rund 100 Euro je Verstoß. Die häufigste Ursache ist banal: Das Navigationsgerät kennt die Zone nicht und schickt einen mitten hindurch. Deshalb gilt in der Toskana die einfachste Regel der ganzen Reise — Ziel ist immer der Parkplatz, nie der Marktplatz. Parkplatz vorher heraussuchen, als Ziel eingeben, und wenn ein ZTL-Schild auftaucht, nicht weiterfahren, sondern wenden.

5. Welche Fahrzeuggröße in die Toskana passt

Hier kommt die Meinung, die ich in jedem Beratungsgespräch vertrete: Größe ist überschätzt. Viele Erstmieter wollen das größte verfügbare Fahrzeug, weil mehr Platz nach mehr Komfort klingt. In der Toskana kehrt sich das um.

Die Strecke von Volterra nach San Gimignano ist 30 Kilometer lang und besteht überwiegend aus Kurven zwischen Steinmauern. Der Parkplatz unterhalb von Montepulciano hat Buchten, die für Kleinwagen gezeichnet wurden. Die Zufahrt zu vielen Agriturismi läuft über einen ungeteerten Feldweg mit Olivenbäumen an beiden Seiten. Mit 5,41 Metern fährt man da durch. Mit 6,83 Metern rangiert man.

Die Faustregel für die Toskana

Bis 6 Meter Länge ist die Region ohne Einschränkung fahrbar. Zwischen 6 und 7 Metern funktioniert sie auch, aber man plant Parkplätze im Voraus statt spontan abzubiegen. Über 7 Meter wird aus der Rundreise eine Standplatzreise mit Tagesausflügen — was übrigens eine völlig legitime Art ist, die Toskana zu sehen.

Was die beiden Bauformen sonst unterscheidet — Stehhöhe, Heckgarage, Fahrverhalten — haben wir im Vergleich Campervan oder Wohnmobil aufgeschrieben. Für die Toskana lautet die Kurzfassung: Kastenwagen.

6. Die Route in 14 Tagen — rund 2.400 Kilometer gesamt

Diese Runde läuft von Lucca im Nordwesten über die Küste nach Süden, durch die Hügelstädte und das Val d'Orcia, dann über das Chianti nach Florenz und von dort zurück. Der Vorteil dieser Richtung: Florenz kommt zum Schluss, wenn man die engen Straßen schon gewohnt ist — und die Rückfahrt beginnt dort, wo die Autobahn ohnehin nach Norden führt.

TagEtappeStreckeNotiz
Tag 1Würzburg → Innsbruck430 kmErste von zwei Anfahrtsetappen
Tag 2Innsbruck → Lucca570 kmBrenner, A22, A1 — Ankunft
Tag 3Standtag Lucca0 kmStadtmauer mit dem Rad, 4,2 km Runde
Tag 4Lucca → Pisa → Küste bei Vecchiano45 kmSchiefer Turm, dann Pinienwald am Meer
Tag 5Küste → Volterra90 kmEtruskerstadt, Parkplatz unterhalb der Mauer
Tag 6Volterra → San Gimignano30 kmKurze Etappe, früh ankommen
Tag 7San Gimignano → Siena45 kmStellplatz außerhalb der ZTL
Tag 8Standtag Siena0 kmZentrum dauerhaft gesperrt — zu Fuß
Tag 9Siena → Montalcino → Pienza70 kmVal d'Orcia, die Postkartenstrecke
Tag 10Pienza → Bagno Vignoni → Montepulciano45 kmThermalquellen, Vino Nobile
Tag 11Montepulciano → Greve in Chianti95 kmChiantigiana SR222
Tag 12Greve → Florenz (Stellplatz außerhalb)35 kmStandtag mit Tram und Bus
Tag 13Florenz → Sterzing420 kmRückfahrt, Etappe 1
Tag 14Sterzing → Würzburg530 kmRückgabetag

Zehn der vierzehn Tage liegen unter 100 Kilometern, drei davon bei null. Die gesamte Fahrleistung steckt in An- und Abreise. Genau so soll es sein: Die Toskana belohnt niemanden, der sie abfährt. Die kürzeste Etappe der Route, die 30 Kilometer von Volterra nach San Gimignano, braucht mit Fotostopps einen halben Tag.

Die Kurzversion für 10 Tage

→ Anfahrt und Rückfahrt bleiben bei vier Tagen, daran ändert sich nichts

→ Küste und Pisa streichen, direkt von Lucca nach Volterra

→ Val d'Orcia auf zwei Tage kürzen statt drei

→ Florenz behalten — die Stadt trägt einen ganzen Tag allein

7. Stellplätze, Campingplätze und Agriturismi

Die Toskana hat drei Arten von Übernachtungsplätzen, und sie unterscheiden sich stärker voneinander als in Deutschland.

ArtPreis pro NachtWofür
Area di sosta15–25 €Reiner Stellplatz am Ortsrand, meist mit Ver- und Entsorgung, oft ohne Strom
Campingplatz25–40 €Zwei Personen plus Fahrzeug, Sanitär, Strom, an der Küste meist mit Pool
Agriturismo20–30 €Stellplatz auf einem Weingut oder Olivenhof, Strom meist vorhanden, Hofverkauf immer

Die Agriturismi sind der Grund, warum die Toskana für Wohnmobile funktioniert. Viele Höfe vermieten zwei bis fünf Stellplätze, oft über das Netzwerk Agricamper Italia oder direkt. Man steht zwischen Reben, kauft abends Wein und Öl beim Erzeuger und zahlt weniger als auf dem Campingplatz. Reserviert wird per Anruf oder App, meist einen Tag vorher.

Für die Suche unterwegs reichen zwei Apps, die auch ohne Empfang funktionieren — welche das sind, steht in unserer Übersicht der Stellplatz-Apps. In der Hochsaison von Juli bis Mitte August sollte man die Küstenplätze vorab buchen, im Landesinneren reicht auch dann ein Anruf am Vormittag. Die Kurtaxe kommt überall separat dazu, meist 1 bis 3 Euro pro Person und Nacht.

8. Freistehen in Italien — parken ist erlaubt, campieren nicht

Hier gehen die meisten deutschen Ratgeber durcheinander, und der Unterschied ist wichtig. Artikel 185 der italienischen Straßenverkehrsordnung behandelt das Wohnmobil beim Parken wie jedes andere Fahrzeug. Das heißt: Wo ein Auto stehen darf, darf auch ein Camper stehen — und man darf darin schlafen.

Verboten ist das Campieren. Die Grenze verläuft dort, wo das Fahrzeug mehr Fläche beansprucht als seine eigene Silhouette oder etwas nach außen dringt:

Was aus Parken Campieren macht

→ Markise ausfahren, Tisch und Stühle aufstellen

→ Auf Stützen oder Keilen stehen statt auf den Rädern

→ Abwasser oder Chemietoilette entleeren

→ Vorzelt, Wäscheleine, Grill

Die Bußgelder liegen meist zwischen 100 und 300 Euro, in Naturschutzgebieten und an der Küste bis 500 Euro. Für abgelassenes Abwasser außerhalb einer Entsorgungsstation gelten eigene Sätze ab 87 Euro. Dazu kommt: Viele toskanische Gemeinden haben eigene Verordnungen, die strenger sind als das nationale Recht und das Übernachten im Fahrzeug im Ortsgebiet komplett untersagen. Ein ausgewiesenes Verbotsschild schlägt immer die allgemeine Regel.

Praktisch heißt das: Eine Nacht auf einem Parkplatz an der Landstraße, ohne etwas aufzubauen, ist unproblematisch. Drei Nächte mit Markise am Strand von Castiglione della Pescaia sind es nicht. Wie die Rechtslage in Deutschland aussieht, wo zwischen Freistehen und Wildcampen ebenfalls unterschieden wird, steht im Artikel Wildcampen mit dem Wohnmobil in Deutschland.

9. Wasser, Abwasser, Gas und Strom in Italien

Ver- und Entsorgung läuft in Italien anders als in Deutschland. An Tankstellen gibt es fast nie eine Station. Stattdessen sind sie an den Areas di sosta und an Campingplätzen zu finden, häufig gegen eine Gebühr von 5 bis 10 Euro auch für Fahrzeuge, die dort nicht übernachten.

Wasser sparsamer einplanen

Zwischen zwei Versorgungsstationen können in den Hügeln 60 Kilometer liegen. Wer den Tank füllt, sobald er halb leer ist, statt zu warten, bis er leer ist, hat das Thema vom Tisch. Trinkwasser aus öffentlichen Brunnen in den Orten ist in Italien meist trinkbar, gekennzeichnet mit acqua potabile.

Gasflaschen nicht tauschen können

Deutsche Flaschen werden in Italien nicht getauscht, italienische Anschlüsse sind andere. Mit zwei vollen 11-Kilo-Flaschen an Bord — so wie bei unseren Fahrzeugen — kommt man zwei bis drei Wochen aus, solange nicht geheizt wird. Im Frühjahr und Herbst wird abends geheizt, dann reicht es knapp.

Strom ist oft schwächer abgesichert

Viele italienische Plätze liefern 3 bis 6 Ampere statt der in Deutschland üblichen 16. Wasserkocher und Fön gleichzeitig lösen die Sicherung aus. Das ist kein Defekt, das ist die Auslegung.

Kein Fahrzeug der Flotte hat Solar

Bei uns ist keine Solaranlage verbaut, zwei Fahrzeuge haben nur die Vorbereitung. Wer autark stehen will, plant Landstrom alle zwei bis drei Nächte ein oder nimmt ein Solarmodul zum Aufstellen mit.

Wie Frisch- und Abwasser, Toilettenkassette und Gas im Detail funktionieren, steht im Grundlagenartikel zur Ver- und Entsorgung beim Wohnmobil.

10. Beste Reisezeit — Mai, Anfang Juni und September bis Mitte Oktober

Die Toskana hat zwei gute Fenster und ein schwieriges. Im Mai sind die Hügel grün statt goldbraun, der Mohn blüht, und auf den Campingplätzen steht man allein. Die Abende sind kühl genug, dass die Heizung morgens anspringt. Von September bis Mitte Oktober ist das Meer noch über 20 Grad warm, die Weinlese läuft, und die Hügelorte sind wieder begehbar.

Juli und August bringen regelmäßig über 35 Grad. Ein Kastenwagen steht dann ab Mittag in der Sonne und kühlt bis 22 Uhr nicht aus — die Fahrerhaus-Klimaanlage hilft beim Fahren, nicht beim Stehen. Wer im Hochsommer fährt, sucht Plätze mit Bäumen und plant die Besichtigungen auf den frühen Vormittag. Was sonst noch gegen Hitze im Fahrzeug hilft, steht in den Tipps gegen Sommerhitze im Wohnmobil.

11. Küste, Thermen und Elba — was viele bei der Planung vergessen

Die Toskana ist nicht nur Hügel. Die Etruskische Küste zwischen Livorno und Piombino hat lange Sandstrände mit Pinienwald dahinter und die höchste Campingplatzdichte der Region. Zwei oder drei Tage dort sind der beste Ausgleich zu einer Woche Kunststädte, besonders mit Kindern.

Bagno Vignoni und Saturnia sind die bekanntesten Thermalorte. Die Cascate del Mulino bei Saturnia sind frei zugänglich und kostenlos, der Parkplatz davor ist für Wohnmobile zugelassen, aber tagsüber voll — wer um acht Uhr morgens dort ist, hat die Becken fast für sich.

Elba ist eine eigene Reise. Die Fähre ab Piombino nach Portoferraio dauert eine Stunde, kostet mit Wohnmobil je nach Länge und Saison zwischen 80 und 160 Euro für Hin- und Rückfahrt und muss in der Hauptsaison vorab gebucht werden. Die Insel ist klein, die Straßen sind eng und kurvig. Für Fahrzeuge über sieben Meter ist sie keine Empfehlung. Mit vier bis fünf Tagen lohnt sie sich, für einen Tagesausflug nicht.

12. Was eine Toskana-Reise mit dem Wohnmobil kostet

Gerechnet für 14 Tage, zwei Personen, rund 2.400 Kilometer, Nebensaison im September, zwölf Übernachtungen unterwegs:

PostenRechnungBetrag
Miete14 Tage ab 105ab 1.470 €
Diesel2.400 km, 10–12 l/100 km420–500 €
Maut & VignetteÖsterreich und Italien, hin und zurück110–130 €
Übernachtung12 Nächte à 25–40 € plus Kurtaxe300–500 €
Summe ohne VerpflegungFahrzeug, Sprit, Maut, Übernachtungrund 2.300–2.600 €

Der Dieselpreis ist mit rund 1,75 Euro je Liter angesetzt. In Italien liegt er meist darüber, in Österreich darunter — wer in Tirol volltankt, spart auf der Strecke gut 25 Euro. Verpflegung kommt obendrauf: zu zweit mit eigener Küche und zwei Restaurantbesuchen pro Woche sind etwa 35 Euro am Tag realistisch. Wie sich Mietpreise überhaupt zusammensetzen und welche Posten oft übersehen werden, steht im Artikel Was kostet es, ein Wohnmobil zu mieten.

Warum wir die Route vor der Abfahrt durchgehen

Ich campe seit 25 Jahren, und Italien gehört zu den Zielen, bei denen die Vorbereitung über den Urlaub entscheidet. ZTL-Zeiten, Mautklassen, Zufahrten zu Agriturismi — das liest niemand unterwegs nach, das muss vorher klar sein. Deshalb gehört bei OrcaCampers in der Veitshöchheimer Str. 132 in Würzburg zur Übergabe ein Blick auf die geplante Strecke: welcher Stellplatz bei Siena außerhalb der Sperrzone liegt, wo die Etappe zu lang wird, welches der 4 Fahrzeuge zur Route passt. Das dauert zwanzig Minuten und erspart in der Toskana regelmäßig einen Bußgeldbescheid im Januar.

Wir verleihen keine Fahrzeuge. Wir schicken dich auf Abenteuer.

OrcaCampers — Würzburg

4 Fahrzeuge, ab 105 €/Tag. Zwei Kastenwagen mit 5,41 und 5,99 Metern — die passendere Länge für toskanische Zufahrten — und zwei Teilintegrierte mit Automatik für die Autobahn.

Fahrzeuge ansehen →

13. Häufige Fragen zur Toskana mit dem Wohnmobil

Darf man in der Toskana mit dem Wohnmobil frei übernachten?

Parken ja, campieren nein. Artikel 185 der italienischen Straßenverkehrsordnung erlaubt das Abstellen eines Wohnmobils überall dort, wo auch ein Auto parken darf — samt Schlafen im Fahrzeug. Verboten ist das Campieren: Markise ausfahren, Stühle und Tisch aufstellen, das Fahrzeug aufbocken oder Abwasser ablassen. Die Bußgelder liegen meist zwischen 100 und 300 Euro, in Schutzgebieten bis 500 Euro. Dazu kommen Gemeindeverordnungen, die vielerorts strenger sind als das Landesrecht.

Was ist eine ZTL in Italien und wie vermeide ich das Bußgeld?

Die Zona a Traffico Limitato ist eine kameraüberwachte Sperrzone in fast jeder toskanischen Altstadt. Für Wohnmobile gibt es keine Ausnahme. Jede einzelne Durchfahrt kostet rund 100 Euro, und jede Kamera zählt separat — wer hinein- und wieder herausfährt, zahlt zweimal. Der einzige zuverlässige Schutz: außerhalb der Stadtmauern parken und zu Fuß, mit dem Bus oder mit dem Rad hineingehen. Das Navi ist hier kein verlässlicher Ratgeber, es kennt die Zonen oft nicht.

Wie lange ist die Fahrt von Würzburg in die Toskana mit dem Wohnmobil?

Rund 930 Kilometer bis Lucca oder Florenz, über München, Innsbruck, den Brenner und die A22. Mit einem Fahrzeug bis 3,5 Tonnen sind das realistisch elf bis zwölf Stunden inklusive Pausen und Tankstopp. Das ist keine Tagesetappe. Sinnvoll sind zwei Tage mit einer Übernachtung in Tirol oder Südtirol.

Was kostet die Maut in die Toskana mit dem Wohnmobil?

Rund 110 bis 130 Euro hin und zurück. Die österreichische 10-Tages-Vignette kostet 2026 für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen 12,80 Euro, die Brenner-Sondermaut auf der A13 12,50 Euro je Richtung. Auf der italienischen A22 und A1 vom Brenner bis Florenz kommen je Richtung rund 35 bis 45 Euro dazu, weil Wohnmobile dort in der höheren Tarifklasse B fahren.

Warum zahlen Wohnmobile in Italien mehr Maut als Autos?

Weil die Höhe zählt, nicht das Gewicht. Italienische Mautanlagen messen die Fahrzeughöhe über der Vorderachse. Liegt sie über 1,30 Meter, fällt das Fahrzeug in Tarifklasse B. Alle vier Fahrzeuge unserer Flotte sind 2,70 bis 2,72 Meter hoch und damit Klasse B, obwohl sie unter 3,5 Tonnen bleiben und mit Führerschein Klasse B gefahren werden dürfen.

Welche Fahrzeuggröße ist für die Toskana geeignet?

Unter sechs Metern Länge fährt man die Toskana deutlich entspannter. Die Straßen zwischen den Hügelorten sind eng, viele Zufahrten haben Mauern auf beiden Seiten, und die Parkplätze am Ortsrand sind für Pkw ausgelegt. Unser 5,41 Meter langer Kastenwagen kommt dort hin, wo ein 6,83-Meter-Teilintegrierter wenden muss. Wer den Platz im Fahrzeug braucht, plant dafür längere Fußwege ein.

Wann ist die beste Reisezeit für die Toskana mit dem Wohnmobil?

Mai, Anfang Juni und September bis Mitte Oktober. Im Mai sind die Hügel grün und die Campingplätze halb leer, im September ist das Meer noch warm und die Weinlese läuft. Juli und August bringen über 35 Grad, volle Plätze und Hochsaisonpreise — im Fahrzeug ohne Klimaanlage im Wohnbereich sind das lange Nachmittage.

Was kostet die Übernachtung auf einem Stellplatz in der Toskana?

Zwischen 15 und 25 Euro auf einem einfachen Wohnmobilstellplatz, 25 bis 40 Euro auf einem Campingplatz für zwei Personen mit Fahrzeug. Agriturismi mit Stellplatz liegen meist bei 20 bis 30 Euro, oft mit Strom und immer mit Hofverkauf. Die Kurtaxe kommt mit 1 bis 3 Euro pro Person und Nacht separat dazu.

Ben Neuendorf — Gründer OrcaCampers

Ben Neuendorf

Gründer OrcaCampers · 25 Jahre Camping-Erfahrung · Würzburg

Ich vermiete nicht weil ich muss. Ich vermiete weil ich weiß wie gut das Camping-Leben ist — und weil zu viele Anbieter das vergessen haben.

Wohnmobil mieten in Würzburg — Routenberatung inklusive

4 Fahrzeuge. Persönliche Übergabe. Ab 105 €/Tag.