Als Camping-Stellplatz-App reicht in Deutschland die Kombination aus park4night, dem promobil Stellplatz-Radar und einer Offline-Karte. Das sind zusammen unter zehn Euro im Jahr und decken ab, was auf einer normalen Reise gebraucht wird. Alles Weitere ist Spezialfall.
Trotzdem lohnt der Blick auf die anderen. Denn die Apps unterscheiden sich weniger in der Bedienung als in dem, was sie überhaupt kennen: Die eine listet Community-Spots, die niemand geprüft hat. Die andere kennt nur, was ein Redakteur besucht hat. Wer das verwechselt, sucht abends um halb neun einen Platz, den es so nicht gibt. Hier sind acht Apps mit dem, was sie tatsächlich können — und der Empfehlung, welche man kombiniert.
1. Die acht Stellplatz-Apps im Überblick
Alle Angaben Stand September 2026. Preise ändern sich, die Größenordnung bleibt.
| App | Umfang | Preis | Stärke |
|---|---|---|---|
| park4night | über 370.000 Orte weltweit | kostenlos, Abo 9,99 €/Jahr | Spontane Suche unterwegs |
| Campercontact | über 60.000 Plätze | kostenlos, Pro 13,99 €/Jahr | Ver- und Entsorgung finden |
| camping.info | 23.000 Camping-, 18.000 Stellplätze | 9,45 €/Jahr, 7 Tage Test | Campingplatz mit Ausstattung |
| ADAC / PiNCAMP | über 26.000 Plätze in Europa | 9,99 € einmalig (Version 2026) | Planung mit verlässlichen Daten |
| promobil Stellplatz-Radar | über 22.000 Stellplätze | kostenlos, Plus 9,99 €/Jahr | Deutschland und Nachbarländer |
| Landvergnügen | 2.100 Gastgeber, 4.600 Plätze | 69,90 €/Jahr inkl. Übernachtungen | Franken, Bayern, DACH-Region |
| AlpacaCamping | über 6.000 Plätze | kostenlos + Übernachtungspreis | Alleine stehen statt Reihe |
| Camping-App.eu | 60.000 Plätze in 52 Ländern | kostenlos, Pro 19,99 € einmalig | Routenplanung mit GPX |
2. Die Apps im Detail — was jede wirklich taugt
park4night — die größte Datenbank
Über 370.000 Orte weltweit, alle von Nutzern eingetragen. Das ist Stärke und Schwäche zugleich: Du findest Plätze, die in keinem Führer stehen, aber niemand garantiert dir, dass der Feldweg befahrbar oder das Übernachten dort erlaubt ist. Die Kommentare sind das eigentliche Produkt — wer die letzten fünf liest, weiß mehr als aus jeder Platzbeschreibung. Basisversion kostenlos, das Abo mit Offline-Karten und Satellitenansicht kostet 9,99 Euro im Jahr.
Campercontact — für Ver- und Entsorgung
Über 60.000 Wohnmobilstellplätze, Campingplätze und Raststätten, herausgegeben vom niederländischen Kampeerauto Club. Die Angaben zu Frischwasser, Grauwasser und Chemietoilette sind hier verlässlicher als bei den reinen Community-Apps — das ist der Grund, warum sie auf meinem Handy liegt. Pro-Version 4,99 Euro im Monat, 13,99 Euro im Jahr oder einmalig 119,99 Euro. Wie der Vorgang selbst abläuft, steht in unserem Ratgeber zur Ver- und Entsorgung beim Wohnmobil.
camping.info — wenn es ein Campingplatz sein soll
23.000 Campingplätze, 18.000 Stellplätze und rund 300.000 Nutzerbewertungen. Der Unterschied zu den anderen sind die Filter: über 40 Kriterien, von der Hundefreundlichkeit über den Untergrund bis zur WLAN-Qualität. Wer mit Kindern reist und einen Platz mit Spielplatz und sauberen Sanitäranlagen sucht, findet ihn hier schneller als anderswo. 9,45 Euro im Jahr, sieben Tage kostenlos testbar.
ADAC Camping- und Stellplatzführer / PiNCAMP
Über 26.000 Plätze in Europa, vom ADAC-Inspektionsteam nach festen Kriterien bewertet. Das ist die Gegenposition zu park4night: weniger Plätze, dafür geprüfte. Die Version 2026 kostet einmalig 9,99 Euro. Wichtig zu wissen: 2026 ist ein Übergangsjahr — parallel wird die neue PiNCAMP-App aufgebaut, die langfristig das Hauptprodukt werden soll und auf ein Abo setzt. Welche Regeln außerhalb offizieller Plätze gelten, erklärt PiNCAMP in seinem Ratgeber zum Camping abseits von Plätzen.
promobil Stellplatz-Radar — der Deutschland-Spezialist
Über 22.000 Stellplätze, herausgegeben vom größten Reisemobil-Magazin Europas. Der Fokus liegt bewusst auf Stellplätzen statt Campingplätzen, geprüft von Redakteuren und bewertet von Nutzern. Seit 2025/2026 gibt es das Siegel „PRO Platz“ für Stellplätze mit konstant über 74 von 100 Punkten. Basis kostenlos, Plus-Abo 2,99 Euro monatlich oder 9,99 Euro im Jahr. Ein Hinweis aus der Praxis: Der Offline-Modus braucht ein Datenpaket von mehreren hundert Megabyte — das lädt man zu Hause, nicht am Übergabetag.
Landvergnügen — Höfe statt Parkplätze
Rund 2.100 Gastgeber mit etwa 4.600 Stellplätzen in Deutschland, Österreich und der Schweiz: Bauernhöfe, Weingüter, Brauereien. Die Jahresmitgliedschaft kostet 69,90 Euro, die Übernachtung selbst ist dann kostenlos. Rechnet sich ab etwa vier Nächten im Jahr — und ist in Franken besonders dicht besetzt. Die meisten Gastgeber wollen 24 Stunden vorher einen Anruf, spontan funktioniert das System nur bedingt.
AlpacaCamping — allein stehen
Über 6.000 Plätze bei privaten Gastgebern, meist nur ein bis drei pro Fläche. Wer nicht in Reihe zwischen zwanzig anderen Fahrzeugen stehen will, findet hier Waldwiesen, Alpakafarmen und Gärten. Die App ist kostenlos, bezahlt wird der Übernachtungspreis plus eine kleine Servicegebühr — kein Abo, keine Jahresvignette. Für Familien mit kleinen Kindern ist das oft die entspanntere Variante, siehe auch Camping mit Baby.
Camping-App.eu — Freistehen im legalen Rahmen
60.000 Plätze in 52 Ländern, mit klarem Fokus auf legale Übernachtungsmöglichkeiten inklusive einfacher Freistehplätze. Die Basisversion ist kostenlos, die Pro-Version kostet einmalig 19,99 Euro und bringt Offline-Fähigkeit, Routensuche mit eigenen GPX-Dateien und ein Reiselogbuch mit. Für Leute, die ihre Route vorher am Rechner bauen, ist das die stärkste der acht.
3. Das Drei-App-Setup, das ich empfehle
Zehn Apps auf dem Handy bedeuten nicht zehnmal so viele Plätze, sondern zehnmal dieselbe Suche. Für eine Reise durch Deutschland reichen drei — jede mit einer klaren Aufgabe:
Aufgabenteilung statt App-Sammlung
→ park4night für die spontane Suche unterwegs und die Kommentare
→ promobil Stellplatz-Radar für geprüfte Stellplätze in Deutschland
→ Offline-Karte (Google Maps oder Organic Maps) für alles ohne Netz
Kosten: rund 20 Euro im Jahr, wenn man beide Abos nimmt. Wer nur eine will, nimmt park4night — die Datenbank ist so groß, dass sich ein zweiter Blick fast immer erübrigt. Für Campingplätze mit Ausstattungsanspruch kommt camping.info als vierte dazu, für Höfe in Franken Landvergnügen.
Der Griff, den fast alle vergessen
Speichere drei Plätze pro Reisetag, nicht einen. Der erste ist voll, der zweite hat eine Höhenbegrenzung, der dritte passt. Wer nur einen Plan hat, sucht im Dunkeln mit schlechtem Netz — und das ist der Moment, in dem eine gute App plötzlich keine mehr ist.
4. Woran man eine brauchbare Stellplatz-App erkennt
Fünf Punkte entscheiden, ob eine App auf der Reise hilft oder nur Speicherplatz belegt:
Offline-Karten zum Herunterladen
Der wichtigste Punkt. Eine App, die ohne Netz eine weiße Fläche zeigt, ist genau dort nutzlos, wo man sie braucht.
Filter für Fahrzeuglänge und Höhe
Ein Platz mit 2,10 m Schrankenhöhe ist für ein 2,90 m hohes Wohnmobil kein Platz. Ohne diesen Filter fährst du hin und wieder weg.
Datum der letzten Bewertung
Ein Kommentar von 2021 sagt nichts über die Schranke, die 2025 gekommen ist. Apps, die das Datum verstecken, sind unbrauchbar.
Ver- und Entsorgung als eigenes Merkmal
Nicht als Fließtext in der Beschreibung, sondern als Filter. Sonst liest du dich durch dreißig Einträge.
Fotos von Nutzern, nicht vom Betreiber
Katalogbilder zeigen den Platz im Juni bei Sonne. Nutzerfotos zeigen die Schotterfläche neben der Bundesstraße.
5. Offline — der Punkt, an dem jede App aufhört
Stellplatz-Apps sind Kartenanwendungen, und Karten brauchen Daten. In der Rhön, im Spessart und in Teilen des Steigerwalds ist damit Schluss. Das ist kein Gefühl, sondern gemessen: Nach der Funklochkarte der Bundesnetzagentur sind rund zwei Prozent der Fläche Deutschlands von keinem Netzbetreiber versorgt und etwa 15 Prozent nur von einem Teil der Anbieter. Genau diese Flächen sind die, auf denen man gern steht.
Was hilft: Am Abend vor der Abfahrt das Offline-Paket der App laden und zusätzlich die Region in einer Karten-App offline speichern. Bei park4night steckt die Offline-Funktion im Abo, beim Stellplatz-Radar im Plus-Tarif. Beides zusammen sind die 20 Euro, die den Unterschied machen — nicht die App-Auswahl.
6. Ein Eintrag in der App ist keine Erlaubnis
Community-Apps listen auch Orte, an denen Übernachten schlicht nicht zulässig ist — Wanderparkplätze, Feldwege, Supermarktparkplätze. In Deutschland ist außerhalb von Camping- und Stellplätzen nur die einmalige Übernachtung zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit erlaubt. Tisch und Stühle draußen gelten bereits als campingähnliches Verhalten und sind damit nicht mehr gedeckt; der ADAC beschreibt die Bußgeldlage beim Übernachten auf öffentlichen Parkplätzen im Detail.
Wo genau die Grenze verläuft und was in der Praxis toleriert wird, haben wir im Artikel zum Wildcampen mit dem Wohnmobil in Deutschland aufgeschrieben. Kurz gesagt: Die App zeigt dir, wo Fahrzeuge gestanden haben. Ob sie dort stehen durften, ist eine andere Frage.
Eine Meinung dazu, weil sie hier hingehört
Die Apps haben das Freistehen kaputt gemacht, das sie dokumentieren. Ein ruhiger Platz am Waldrand bleibt genau so lange ruhig, bis er dreihundert Bewertungen hat — danach steht dort im August eine Reihe, und im Jahr darauf eine Schranke. Das ist kein Grund, die Apps nicht zu nutzen. Es ist ein Grund, den eigenen Lieblingsplatz nicht einzutragen und sich am Abend so zu verhalten, dass der Platz nächstes Jahr noch existiert.
7. Welche App für Stellplätze in Franken und Bayern
Für die Region um Würzburg funktionieren park4night und der promobil Stellplatz-Radar am besten, weil beide die kleinen kommunalen Stellplätze kennen — die an der Mainschleife, im Taubertal, an den Fluss-Anlegern. Für Weingüter und Höfe lohnt Landvergnügen: In der DACH-Region sind rund 2.100 Gastgeber gelistet, Unterfranken ist überdurchschnittlich dicht dabei.
Was keine App abbildet, sind die Plätze, die man nur kennt, wenn man dort wohnt. Konkrete Adressen mit Preisen und Ausstattung stehen in unserer Übersicht der Stellplätze in Bayern und im Artikel zu Camping in Franken.
Warum wir trotzdem noch persönlich beraten
Ich campe seit 25 Jahren und habe jede dieser Apps auf dem Handy gehabt. Sie sind gut geworden. Was sie nicht wissen: dass der Platz an der Mainschleife im Juli ab 16 Uhr voll ist, dass die Zufahrt zu einem bestimmten Stellplatz im Spessart für ein Sechs-Meter-Fahrzeug knapp wird, dass ein Ort bei Ostwind nach der Kläranlage riecht. Deshalb bekommt bei uns in der Veitshöchheimer Str. 132 in Würzburg jeder zur Übergabe Stellplatz-Empfehlungen für seine konkrete Route — von Orten, an denen wir selbst standen.
Wir verleihen keine Fahrzeuge. Wir schicken dich auf Abenteuer.
OrcaCampers — Würzburg
4 Fahrzeuge, ab 105 €/Tag. Zur Übergabe gibt es die Stellplatz-Liste für deine Route dazu — die Apps kannst du danach immer noch installieren.
Fahrzeuge ansehen →Weiterführende Artikel
8. Häufige Fragen zur Camping-Stellplatz-App
Welche Camping Stellplatz App ist die beste?
Es gibt keine, die alles kann. park4night hat mit über 370.000 Orten die größte Datenbank und die besten Spontan-Tipps, Campercontact die verlässlichsten Angaben zu Ver- und Entsorgung, camping.info die stärksten Filter für Campingplätze. Wer eine einzige App will, nimmt park4night — wer eine Reise plant, kombiniert zwei.
Gibt es eine kostenlose Stellplatz App?
Ja, mehrere. park4night, Campercontact, promobil Stellplatz-Radar und AlpacaCamping sind in der Basisversion kostenlos nutzbar. Bezahlt wird für Offline-Karten, Werbefreiheit und feinere Filter. Für eine erste Reise reicht die kostenlose Version in aller Regel aus.
Brauche ich mehrere Stellplatz-Apps gleichzeitig?
Zwei bis drei sind sinnvoll, mehr nicht. Eine große Community-App für die Suche unterwegs, eine geprüfte Datenbank für die Planung und eine Karten-App, die offline funktioniert. Wer acht Apps installiert, sucht am Ende in acht Apps dasselbe und entscheidet trotzdem nach dem ersten Treffer.
Funktionieren Stellplatz-Apps auch ohne Internet?
Nur mit heruntergeladenen Offline-Karten. In der Rhön, im Spessart und im Steigerwald ist das Netz stellenweise weg — laut Funklochkarte der Bundesnetzagentur sind rund zwei Prozent der Fläche Deutschlands gar nicht versorgt und etwa 15 Prozent nur von einem Teil der Anbieter. Offline-Paket vor der Abfahrt herunterladen, sonst steht man mit einer leeren Karte da.
Was kostet eine gute Stellplatz-App im Jahr?
Zwischen 9 und 20 Euro. park4night kostet 9,99 Euro im Jahr, camping.info 9,45 Euro, der promobil Stellplatz-Radar 9,99 Euro, Campercontact 13,99 Euro. Der ADAC Camping- und Stellplatzführer 2026 kostet einmalig 9,99 Euro. Landvergnügen liegt mit 69,90 Euro darüber, ist aber ein Übernachtungs-Abo und keine reine Suchapp.
Zeigen die Apps auch, ob ein Stellplatz frei ist?
Nur teilweise. Echtzeit-Verfügbarkeiten gibt es bei camping.info, PiNCAMP und camigo für angeschlossene Plätze. Bei den Community-Apps wie park4night siehst du nur, dass ein Ort existiert — ob dort noch Platz ist, weiß niemand. In der Hauptsaison heißt das: früh ankommen statt lange suchen.
Darf ich an jedem Ort übernachten, den eine App anzeigt?
Nein. Community-Apps listen auch Parkplätze, auf denen Übernachten nicht erlaubt ist. In Deutschland ist außerhalb von Camping- und Stellplätzen nur die einmalige Übernachtung zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit zulässig, und Tisch und Stühle draußen gelten bereits als campingähnliches Verhalten. Die Kommentare in der App sind ein Hinweis, keine Genehmigung.
Welche App eignet sich für Stellplätze in Franken und Bayern?
Für die Region um Würzburg funktionieren park4night und der promobil Stellplatz-Radar am besten, weil beide viele kleine kommunale Stellplätze kennen. Für Weingüter und Höfe in Franken lohnt sich Landvergnügen: In der DACH-Region sind rund 2.100 Gastgeber mit etwa 4.600 Stellplätzen gelistet, viele davon in Unterfranken.

Ben Neuendorf
Gründer OrcaCampers · 25 Jahre Camping-Erfahrung · Würzburg
Ich vermiete nicht weil ich muss. Ich vermiete weil ich weiß wie gut das Camping-Leben ist — und weil zu viele Anbieter das vergessen haben.

