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Routen & Reiseziele11 min Lesedauer

Wohnmobil-Route Alpen —
vier Straßen und eine Runde in zehn Tagen

Die Deutsche Alpenstraße kostet nichts und hat keine Serpentinen. Der Großglockner kostet 46,50 Euro und braucht einen ganzen Tag. Welche Straße zu welchem Fahrzeug und welcher Erfahrung passt — und wie beides in eine Runde ab Würzburg passt.

Von Ben NeuendorfAktualisiert: September 2026
Weißer Kastenwagen-Camper mit festem Hochdach an einem Aussichtspunkt einer Alpen-Panoramastraße, im Hintergrund Bergketten mit Restschnee und ein tief liegendes Tal im Morgenlicht

Eine Wohnmobil-Route durch die Alpen scheitert selten am Fahrzeug und fast immer an der Tagesplanung. Wer im Flachland 300 Kilometer am Tag fährt und das in den Bergen fortschreibt, kommt abends müde irgendwo an. In den Alpen sind 120 bis 150 Kilometer ein voller Tag, und auf der Großglockner-Hochalpenstraße reichen 48 Kilometer für einen halben.

Vier Straßen kommen für eine Rundreise in Frage, und sie unterscheiden sich stärker als ihr gemeinsamer Ruf vermuten lässt: eine kostet nichts und hat keine einzige Serpentine, eine andere verlangt 46,50 Euro für 36 Kehren. Alle Entfernungen unten sind ab Würzburg gerechnet, weil unsere 4 Fahrzeuge dort stehen. Wer statt einer Runde in den Alpen hindurch nach Süden will, findet die Pässe, Maut und Etappen dafür im Artikel Roadtrip Italien über die Alpen.

1. Die vier Alpenstraßen im Vergleich

Die kurze Fassung, bevor es ins Detail geht:

StraßeLängeMautOffenPasst zu
Deutsche Alpenstraße484 km0 €ganzjährigErste Bergtour, Familien, 7–10 Tage
Großglockner-Hochalpenstraße47,8 km46,50 € TageskarteMai–OktoberDer eine Tag, der in Erinnerung bleibt
Silvretta Hochalpenstraße22,3 kmrund 19 € je FahrtJuni–OktoberVorarlberg und Tirol verbinden
Schweizer Vier-Pässe-Rundeca. 180 km40 CHF JahresvignetteJuni–OktoberFahrer mit Bergerfahrung

Auffällig ist nicht der Preis, sondern die Länge. Die Deutsche Alpenstraße trägt eine ganze Reise, die drei anderen sind Tagesabschnitte. Wer sie als gleichwertige Alternativen plant, plant falsch: Die Panoramastraßen werden in eine Route eingehängt, nicht gegeneinander abgewogen.

2. Deutsche Alpenstraße — 484 Kilometer ohne Maut und ohne Hochpass

Von Lindau am Bodensee bis Schönau am Königssee, durchgehend ausgeschildert, durchgehend gebührenfrei. Die Strecke berührt das Allgäu, die Zugspitzregion, das Tölzer Land, den Chiemgau und Berchtesgaden. Der höchste Punkt ist der Oberjochpass mit rund 1.180 Metern — das ist niedriger als jeder Alpenübergang nach Italien.

Genau das ist ihr Wert. Es gibt keine Passstraße, auf der man rangieren müsste, keine Kehre, in der ein Sechsmeter-Fahrzeug zum Problem wird, und keine Mautstelle. Sieben bis zehn Tage sind die übliche Empfehlung, und die stimmt: Auf der Strecke liegen über zwanzig Bergseen und rund 25 Burgen, Schlösser und Klöster. Wer sie in drei Tagen durchfährt, hat eine Landstraße gesehen.

Der Abschnitt, den man nicht auslässt

Die Oberjochstraße zwischen Hindelang und Oberjoch hat 106 Kehren auf knapp sechs Kilometern und ist trotzdem breit genug für jedes Wohnmobil. Sie ist der beste Übungsabschnitt, den die Alpen für Erstfahrer zu bieten haben: echte Steigung, echte Kurven, aber Leitplanke statt Abgrund und eine Ausweichbucht alle paar hundert Meter. Wer hier oben ankommt und sich wohlfühlt, kann auch den Großglockner fahren.

Die offizielle Streckenführung samt Etappenvorschlägen steht bei der Deutschen Alpenstraße. Wer die Runde nach Norden erweitern will, findet passende Übernachtungsorte in unserer Übersicht Stellplätze in Bayern.

3. Großglockner-Hochalpenstraße — 48 Kilometer, ein ganzer Tag

Die Glocknerstraße verbindet auf 47,8 Kilometern Bruck im Salzburger Land mit Heiligenblut in Kärnten, überquert mit dem Hochtor den Alpenhauptkamm und hat 36 Kehren. Der höchste befahrbare Punkt ist die Edelweißspitze auf 2.571 Metern, die über eine Stichstraße erreichbar ist. Gebaut zwischen 1930 und 1935, offen von Mai bis Oktober, im Winter gesperrt.

Was der Großglockner 2026 kostet

46,50 € — Tageskarte, Pkw und Wohnmobil bis 3,5 t

55,00 € — Wohnmobil von 3,5 bis 7,5 t (Tarif LKW 1)

17,50 € — Aufzahlung für einen zweiten Tag

58,00 € — Rundfahrtkarte inklusive Felbertauernstraße

0 € — Rückfahrt am selben Tag, für alle Fahrzeugtypen

Der Tarifsprung bei 3,5 Tonnen ist der Punkt, an dem sich eine Fahrzeugwahl auszahlt: Wer unter der Grenze bleibt, zahlt Pkw-Tarif, wer darüber liegt, wird als Lkw abgerechnet. Alle vier unserer Fahrzeuge liegen bei 3,5 Tonnen und werden deshalb mit Führerschein Klasse B gefahren und mit Pkw-Tarif verrechnet. Eine Vignette braucht man für die Strecke nicht, sie ist von der österreichischen Autobahnmaut unabhängig.

Zur Planung: Für die 48 Kilometer sollte man vier bis fünf Stunden einrechnen. Zwischen Fuscher Törl, Edelweißspitze, Hochtor und Kaiser-Franz-Josefs-Höhe liegen sechs Stopps, die jeder macht, und an jedem davon steht man zwischen elf und fünfzehn Uhr im Wohnmobil-Parkbereich Schlange. Wer um acht an der Mautstelle in Bruck ist, hat die Straße bis mittags fast für sich.

4. Silvretta Hochalpenstraße und Timmelsjoch — die Tiroler Verbindungen

Die Silvretta Hochalpenstraße führt auf 22,3 Kilometern von Partenen im Montafon über die Bielerhöhe auf 2.032 Metern nach Galtür ins Paznaun. Sie ist die praktischste der Panoramastraßen, weil sie Vorarlberg und Tirol direkt verbindet — man fährt sie nicht als Ausflug, sondern als Etappe. 34 Kehren, geöffnet meist von Juni bis Oktober.

Das Timmelsjoch verbindet das Ötztal mit dem Passeiertal in Südtirol und liegt auf 2.474 Metern. Für Wohnmobile gilt dort eine Gewichtsgrenze von 3,5 Tonnen, Anhänger und Gespanne sind nicht zugelassen. Die Straße ist schmaler als die Glocknerstraße, und die Südrampe fällt steil ab. Für ein Fahrzeug unter sechs Metern ist das machbar, für sieben Meter wird es eng.

Wann welche Straße sinnvoll ist

Silvretta — wenn die Route ohnehin von Westen nach Osten läuft

Timmelsjoch — nur als bewusster Umweg nach Südtirol, nicht als Abkürzung

Gerlos-Alpenstraße — die entspannte Variante: breit, mautpflichtig, führt an den Krimmler Wasserfällen vorbei

Felbertauernstraße — die ganzjährige Nord-Süd-Verbindung, gut 11 € je Fahrt

5. Die Schweizer Vier-Pässe-Runde — Furka, Grimsel, Susten, Oberalp

Rund um Andermatt im Kanton Uri kreuzen sich vier Passstraßen, die sich zu einer Runde von etwa 180 Kilometern verbinden lassen: Furka auf 2.429 Metern, Grimsel auf 2.164, Susten auf 2.224 und Oberalp auf 2.044. Alle vier sind zweispurig ausgebaut und ohne Sondergenehmigung befahrbar, alle vier sind zwischen November und Mai gesperrt.

Die Schweiz kennt keine Tages- oder Wochenvignette. Es gibt nur die Jahresvignette für 40 Franken, die für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen gilt — darüber wird eine Schwerverkehrsabgabe fällig. Für eine einzelne Reise ist das der teuerste Einzelposten der ganzen Route, für zwei Reisen im Jahr die günstigste Lösung von allen. Die Passstraßen selbst kosten nichts.

Ehrlich gesagt: Diese Runde ist nicht die erste, die ich jemandem empfehle, der zum ersten Mal ein Wohnmobil in den Bergen fährt. Vier Pässe über 2.000 Meter an zwei Tagen sind anstrengender, als es auf der Karte aussieht. Wer sie fährt, plant drei Tage ein und übernachtet in Andermatt. Die aktuellen Mautsätze und Sperrungen für Österreich stehen beim ADAC, die Tarife der Glocknerstraße beim Betreiber der Großglockner-Hochalpenstraße.

6. Welches Wohnmobil zu einer Alpen-Route passt

Hier meine Meinung, und sie geht gegen den Reflex der meisten Erstmieter: Größe ist auf einer Alpenroute der am stärksten überschätzte Faktor. Ein Sieben-Meter-Fahrzeug mit Handschaltung auf der Timmelsjoch-Südrampe ist kein Komfort, das ist Arbeit. Der Beleg steht auf jedem Parkplatz an der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe: Die Reihe für Wohnmobile hat eine feste Länge, und wer darüber liegt, sucht weiter.

Unter 3,5 Tonnen bleiben

Die Grenze entscheidet über Maut, Führerscheinklasse und in der Schweiz über die Abgabenart. Am Großglockner sind es 46,50 statt 55,00 Euro, in der Schweiz 40 Franken Vignette statt Schwerverkehrsabgabe.

Unter sechs Meter Länge planen

Die Passstraßen sind breit genug für jedes Wohnmobil. Die Parkplätze an den Aussichtspunkten und die Ortsdurchfahrten in Tirol sind es nicht. Orca 1 misst 5,41 Meter, Orca 2 5,99 Meter.

Automatik nimmt die Arbeit ab

An 36 Kehren schaltet man mit Handschaltung ständig zwischen zweitem und drittem Gang. Zwei unserer vier Fahrzeuge haben Automatik — für eine Alpenroute die angenehmere Wahl.

Heizung und Gasvorrat einplanen

Auf 1.800 Metern kühlt es auch im Juli nachts auf unter zehn Grad ab. Die Truma-Heizung läuft dann, und eine 11-kg-Flasche hält bei Nachtbetrieb keine zwei Wochen. Zweite Flasche ist an Bord.

Was bergab anders läuft als im Flachland — Motorbremse, Gangwahl, heiße Bremsen — steht ausführlich in den Fahrtipps für Wohnmobil-Anfänger. Der wichtigste Satz daraus in einer Zeile: im selben Gang hinunter, in dem man hinaufgefahren wäre.

7. Die Alpen-Runde in zehn Tagen — rund 1.680 Kilometer ab Würzburg

Diese Runde nimmt die Deutsche Alpenstraße von West nach Ost als Rückgrat und hängt den Großglockner als Tagesetappe ein. Sie kommt ohne einen einzigen Alpenübergang nach Italien aus und bleibt damit außerhalb der Brenner-Staus.

TagEtappeStreckeNotiz
Tag 1Würzburg → Füssen330 kmA7 durchgehend, reiner Anreisetag
Tag 2Füssen → Oberjoch → Immenstadt90 kmDer Westteil der Alpenstraße, 106 Kehren am Oberjoch
Tag 3Immenstadt → Garmisch-Partenkirchen120 kmZugspitzregion, Standtag möglich
Tag 4Garmisch → Sylvensteinsee → Achensee110 kmGrenze bei Achenpass, erste Tiroler Etappe
Tag 5Achensee → Zillertal → Gerlospass → Zell am See140 kmGerlos-Alpenstraße, Krimmler Wasserfälle
Tag 6Großglockner-Hochalpenstraße → Heiligenblut70 kmEin voller Tag für 48 Kilometer
Tag 7Heiligenblut → Felbertauern → Kitzbühel150 kmRückweg nach Norden durch Osttirol
Tag 8Kitzbühel → Chiemsee → Berchtesgaden160 kmKönigssee, Ostende der Alpenstraße
Tag 9Berchtesgaden → Regensburg280 kmRaus aus den Bergen, A8 und A93
Tag 10Regensburg → Würzburg230 kmRückgabetag

Sechs der zehn Etappen liegen unter 150 Kilometern, die Fahrleistung steckt fast komplett in An- und Abreise. Wer 14 Tage hat, schiebt zwei Standtage ein: einen am Achensee, einen in Heiligenblut. Wer nur sieben Tage hat, streicht Tag 5 bis 7 und fährt die Deutsche Alpenstraße bis zum Königssee und zurück — ohne Großglockner, dafür ohne Hetze. Eine Woche als Grundgerüst haben wir auch für Deutschland durchgerechnet, im Artikel Camper-Route Deutschland in sieben Tagen.

8. Übernachten in den Bergen — Stellplatz statt freies Stehen

In Tirol und Salzburg gilt ein weitreichendes Campierverbot außerhalb ausgewiesener Plätze, in der Schweiz ist freies Übernachten je nach Kanton untersagt oder stark eingeschränkt. In Bayern ist die einmalige Übernachtung zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit auf öffentlichen Parkflächen erlaubt, solange nichts anderes ausgeschildert ist und man keine Campingmöbel aufstellt.

Praktisch heißt das: Auf einer Alpenroute plant man die Nächte. Zwischen Mitte Juli und Ende August sind die Plätze in Berchtesgaden, am Achensee und in Heiligenblut an Wochenenden voll. Zwei bis drei Tage Vorlauf reichen meistens, am Königssee eher eine Woche. Was in Deutschland rechtlich erlaubt ist und was nicht, haben wir im Artikel Wildcampen mit dem Wohnmobil auseinandergenommen.

Ein Punkt, der in den Bergen schneller relevant wird als sonst: Landstrom. Kein Fahrzeug unserer Flotte hat eine Solaranlage verbaut, zwei haben lediglich die Vorbereitung. Auf kurzen Bergetappen lädt die Lichtmaschine weniger nach, als Kühlschrank und Heizung ziehen. Wer autark stehen will, plant alle zwei bis drei Nächte einen Platz mit Stromanschluss ein.

9. Beste Reisezeit und wann die Pässe öffnen

Zwei Fenster funktionieren: Mitte Juni bis Mitte Juli und September bis Mitte Oktober. Die hochgelegenen Straßen sind dann sicher offen, die Temperaturen in den Tälern liegen bei 20 bis 26 Grad, und die Hauptreisewochenenden sind umgangen.

Öffnungszeiten der Panoramastraßen

Deutsche Alpenstraße — ganzjährig befahrbar

Großglockner-Hochalpenstraße — Anfang Mai bis Ende Oktober

Silvretta Hochalpenstraße — meist Juni bis Oktober

Timmelsjoch — meist Juni bis Oktober

Furka, Grimsel, Susten, Oberalp — Juni bis Oktober

Fernpass und Felbertauernstraße — ganzjährig

Offiziell offen heißt nicht automatisch schneefrei. Auf 2.500 Metern kann Anfang Juni Neuschnee liegen, und die Glocknerstraße wird bei Schlechtwetter kurzfristig gesperrt. In Österreich gilt zwischen 1. November und 15. April die situative Winterreifenpflicht. Wer außerhalb der Saison in die Berge will, findet das Nötige in den Tipps fürs Wintercamping.

10. Was die Alpen-Runde kostet — zehn Tage, zwei Personen

Gerechnet für die Route oben: 1.680 Kilometer, neun Übernachtungen unterwegs, September, Großglockner-Tageskarte einmal, Österreich-Vignette für die Anfahrt über die Inntalautobahn.

PostenRechnungBetrag
Miete10 Tage ab 105ab 1.050 €
ServicepauschaleReinigung, Vorbereitung, Übergabe — je Buchung139
Diesel1.680 km, im Gebirge 11–13 l/100 km330–380 €
Maut & VignetteGroßglockner 46,50 €, Vignette 12,80 €, Gerlos rund 13 €rund 75 €
Übernachtung9 Nächte à 25–40 € plus Kurtaxe240–380 €
Summe ohne VerpflegungFahrzeug, Service, Sprit, Maut, Übernachtungrund 1.830–2.020 €

Der Dieselpreis ist mit rund 1,75 Euro je Liter angesetzt, der Mehrverbrauch im Gebirge mit rund einem Liter auf 100 Kilometer. In Österreich tankt man meist günstiger als in Bayern, in der Schweiz teurer. Verpflegung kommt obendrauf: zu zweit mit eigener Küche und zwei Restaurantbesuchen pro Woche sind etwa 35 Euro am Tag realistisch. Wie sich Mietpreise generell zusammensetzen, steht im Artikel Was kostet es, ein Wohnmobil zu mieten.

Warum wir die Alpenetappe vor der Abfahrt durchgehen

Ich campe seit 25 Jahren, und die Fragen zur ersten Bergetappe kommen bei jeder Erstberatung: Schaffe ich die Steigung. Wo parke ich das Ding oben. Wie viel Gas brauche ich auf 1.800 Metern. Deshalb gehört bei OrcaCampers in der Veitshöchheimer Str. 132 in Würzburg die geplante Strecke zur Übergabe — welche Straßen zur Fahrzeuglänge passen, wo Maut anfällt und wo nicht, welches der 4 Fahrzeuge zur Route passt. Das dauert zwanzig Minuten.

Wir verleihen keine Fahrzeuge. Wir schicken dich auf Abenteuer.

OrcaCampers — Würzburg

4 Fahrzeuge, ab 105 €/Tag zuzüglich 139 € Servicepauschale. Zwei Kastenwagen mit 5,41 und 5,99 Metern, zwei Teilintegrierte mit Automatik — alle bei 3,5 Tonnen und damit im Pkw-Tarif am Großglockner.

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11. Häufige Fragen zur Wohnmobil-Route durch die Alpen

Welche Wohnmobil-Route durch die Alpen ist für Anfänger geeignet?

Die Deutsche Alpenstraße. Sie führt auf 484 Kilometern von Lindau am Bodensee bis Schönau am Königssee, läuft komplett über mautfreie Straßen und hat keinen einzigen Hochpass mit Serpentinen. Der höchste Punkt ist der Oberjochpass mit rund 1.180 Metern. Man fährt Landstraße mit Bergblick, nicht Gebirge. Wer noch nie ein Wohnmobil in den Bergen gefahren hat, macht hier die ersten 400 Kilometer und entscheidet danach, ob der Großglockner dazukommt.

Was kostet die Großglockner-Hochalpenstraße mit dem Wohnmobil 2026?

46,50 Euro für die Tageskarte, solange das Fahrzeug unter 3,5 Tonnen bleibt. Wohnmobile zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen zahlen als LKW 1 55,00 Euro, über 7,5 Tonnen sind es 142,00 Euro. Die Rückfahrt am selben Tag ist frei, ein zweiter Tag kostet 17,50 Euro Aufzahlung. Die Rundfahrtkarte inklusive Felbertauernstraße liegt bei 58,00 Euro und lohnt sich, wenn die Route ohnehin über Osttirol weitergeht.

Welche Alpenpässe darf ich mit einem Wohnmobil bis 3,5 Tonnen befahren?

Nahezu alle öffentlichen Passstraßen. Fernpass, Oberjoch, Großglockner, Silvretta, Furka, Grimsel und Susten sind für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen ohne Sondergenehmigung befahrbar. Einschränkungen treffen fast immer Gespanne und Fahrzeuge über 3,5 Tonnen, nicht Wohnmobile in Klasse B. Am Timmelsjoch gilt eine Beschränkung auf 3,5 Tonnen, Anhänger sind dort verboten. Die harte Grenze ist selten die Vorschrift, sondern die Fahrzeuglänge in engen Kehren.

Wann sind die Alpenpässe für Wohnmobile geöffnet?

Die hochgelegenen Panoramastraßen öffnen im Mai und schließen Ende Oktober oder Anfang November. Großglockner-Hochalpenstraße, Silvretta Hochalpenstraße, Timmelsjoch, Furka, Grimsel und Susten sind im Winter gesperrt. Ganzjährig befahrbar sind Fernpass, Brenner, Felbertauernstraße und die Deutsche Alpenstraße. Vor Mitte Juni kann auf 2.500 Metern noch Neuschnee liegen, auch wenn die Straße offiziell offen ist.

Wie lang darf ein Wohnmobil für eine Alpen-Rundreise sein?

Unter sechs Metern fährt man überall ohne nachzudenken, bis 6,5 Meter mit etwas Planung. Der Engpass sind nicht die Passstraßen — die sind zweispurig ausgebaut — sondern die Parkplätze an den Aussichtspunkten und die Ortsdurchfahrten in Tiroler Dörfern. Auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe stehen Wohnmobile in einer eigenen Reihe, und die ist an einem Augustsonntag um elf Uhr voll. Zwei unserer vier Fahrzeuge sind unter 6 Metern.

Braucht man für eine Alpen-Route eine Österreich-Vignette?

Nur wenn die Route über eine österreichische Autobahn oder Schnellstraße führt. Die 10-Tages-Vignette kostet 12,80 Euro für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen. Die Panoramastraßen selbst sind davon unabhängig: Großglockner, Silvretta und Timmelsjoch haben eigene Streckenmaut, die Vignette gilt dort nicht. Wer über Bundesstraßen anreist, spart sie — wer einmal auf die Inntalautobahn auffährt, braucht sie.

Wie viele Kilometer am Tag sind auf einer Alpenroute realistisch?

120 bis 150 Kilometer. Auf der Großglockner-Hochalpenstraße braucht man für 48 Kilometer mit Stopps einen halben Tag, weil 36 Kehren und sechs Aussichtspunkte dazwischenliegen. Wer im Flachland 300 Kilometer am Tag fährt und das in den Alpen fortschreibt, sitzt abends müde auf einem Stellplatz, den er sich nicht ausgesucht hat. Auf unserer 10-Tage-Runde liegen sechs Etappen unter 130 Kilometern.

Kann man in den Alpen mit dem Wohnmobil frei stehen?

In Österreich und der Schweiz ist freies Übernachten in den meisten Regionen untersagt oder stark eingeschränkt, in Tirol und Salzburg gilt ein weitreichendes Campierverbot außerhalb von Plätzen. In Bayern ist die einmalige Übernachtung zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit auf öffentlichen Parkflächen erlaubt, sofern kein Verbot ausgeschildert ist. Praktisch heißt das: Stellplatz oder Campingplatz reservieren, besonders zwischen Mitte Juli und Ende August.

Ben Neuendorf — Gründer OrcaCampers

Ben Neuendorf

Gründer OrcaCampers · 25 Jahre Camping-Erfahrung · Würzburg

Ich vermiete nicht weil ich muss. Ich vermiete weil ich weiß wie gut das Camping-Leben ist — und weil zu viele Anbieter das vergessen haben.

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