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Routen & Reiseziele12 min Lesedauer

Roadtrip Italien —
die Alpen-Route ist die halbe Reise

Vier Wege über die Berge, was sie kosten, welcher zu welchem Ziel passt — und eine 14-Tage-Route ab Würzburg, die mautfrei hinein und schnell wieder hinaus führt.

Von Ben NeuendorfAktualisiert: September 2026
Weißer Kastenwagen-Camper mit festem Hochdach auf einer breiten Passstraße in den Alpen, links eine Leitplanke über dem Tal, dahinter schroffe Felsgipfel mit Restschnee im klaren Morgenlicht

Bei einem Roadtrip nach Italien entscheidet die Alpen-Route mehr über die Reise als das Ziel dahinter. Sie bestimmt, ob die Anfahrt zwei Tage Landschaft oder acht Stunden Stau sind, ob 75 Euro Maut anfallen oder null, und ob man abends ankommt oder nachts. Vier Wege kommen ab Franken infrage: Brenner, Reschen, Felbertauern und San Bernardino.

Welcher davon passt, hängt nicht vom Geschmack ab, sondern davon, wo in Italien man hinwill. Alle Entfernungen unten sind ab Würzburg gerechnet, weil unsere vier Fahrzeuge dort stehen. Und alle Angaben gelten für Wohnmobile bis 3,5 Tonnen — über dieser Grenze ändern sich Mautklassen und Fahrverbote grundlegend.

1. Die vier Alpen-Routen nach Italien im Vergleich

Die kurze Fassung, bevor es ins Detail geht:

RoutePasst zuMautNotiz
Brenner (A13 / A22)Südtirol, Gardasee, Toskana12,80 € Vignette + 12,50 € je RichtungKürzeste Strecke, Baustelle Luegbrücke bis voraussichtlich 2027
Fernpass + ReschenpassVinschgau, Meran, Gardasee0 €Mautfrei ohne Vignette, rund 2 Stunden länger
FelbertauernstraßeOsttirol, Venetien, Adriagut 11 € je Fahrt36 km, kaum Stau, ohne Vignette ab Kiefersfelden erreichbar
San Bernardino (Schweiz)Comer See, Piemont, Ligurien40 CHF JahresvignetteWestweg, entspannter als der Gotthard-Tunnel

Auffällig ist der Preisunterschied: Zwischen der teuersten und der günstigsten Variante liegen hin und zurück rund 50 Euro. Das ist wenig gemessen an den Gesamtkosten einer Reise und viel gemessen an dem, was man dafür bekommt — nämlich zwei Stunden Passstraße statt zwei Stunden Autobahn.

2. Brenner — die kürzeste Strecke, und 2026 die unberechenbarste

Ab Würzburg sind es über A3, A9, A8, A93 und die Inntalautobahn rund 460 Kilometer bis zur Passhöhe auf 1.370 Metern. Der Brenner ist der niedrigste durchgehend befahrbare Alpenübergang und die einzige Strecke, auf der man von Franken bis Südtirol durchgehend Autobahn fährt.

Der Haken heißt Luegbrücke. Die Brücke auf der A13 wird saniert und ist seit Januar 2025 überwiegend einspurig je Richtung befahrbar, die Arbeiten laufen voraussichtlich bis Ende 2027. Für 2026 sind rund 180 Tage angekündigt, an denen zweispurig gefahren werden kann. An Ferienwochenenden hilft das wenig. Wer den Brenner nimmt, fährt unter der Woche und morgens.

Was der Brenner kostet

12,80 € — 10-Tages-Vignette Österreich, Fahrzeuge bis 3,5 t

12,50 € — Sondermaut A13, je Richtung

ca. 10 € je 100 km — italienische Autostrada ab Brenner

Tarifklasse B — gilt für jedes Wohnmobil über 1,30 m Höhe an der Vorderachse

Die Tarifklasse ist der Punkt, an dem sich die meisten verrechnen. In Italien zählt an der Mautschranke nicht das Gewicht, sondern die Fahrzeughöhe über der Vorderachse. Unsere Fahrzeuge sind 2,70 bis 2,72 Meter hoch, wiegen unter 3,5 Tonnen und dürfen mit Führerschein Klasse B gefahren werden — an der Schranke sind sie trotzdem Klasse B und damit teurer als ein Pkw. Die aktuellen Vignettenpreise stehen bei der ASFINAG, die italienische Tarifsystematik erklärt die Maut-Übersicht des ADAC.

3. Fernpass und Reschenpass — der mautfreie Weg nach Südtirol

Diese Route ist unser Standardvorschlag für alle, die Zeit statt Tempo wollen. Ab Würzburg über die A7 bis Füssen, dann auf Bundes- und Landesstraßen über den Fernpass auf 1.216 Metern, durchs Oberinntal und über den Reschenpass auf gut 1.500 Metern ins Vinschgau. Von Würzburg bis Glurns sind es rund 490 Kilometer.

Entscheidend ist die Wegführung: Wer ab Füssen konsequent auf der B179 und der Fernpassstraße bleibt, berührt keine österreichische Autobahn und braucht deshalb auch keine Vignette. Der Reschenpass selbst ist gebührenfrei. Die Strecke kostet gegenüber dem Brenner rund zwei Stunden — und sie ist kein Kompromiss, sondern der schönere Weg. Der versunkene Kirchturm im Reschensee liegt direkt an der Straße.

Eine Falle gibt es

Am Reschen läuft seit Jahren abschnittsweise ein Fahrbahn- und Galeriebau mit wechselnden Umleitungen. Vor der Abfahrt einmal die aktuelle Verkehrslage prüfen, sonst steht man in Nauders. Und zwischen Landeck und Pfunds gibt es einen mautpflichtigen Tunnel, in den das Navi gern hineinführt — wer mautfrei bleiben will, folgt der Beschilderung Richtung Reschen, nicht dem kürzesten Vorschlag.

4. Felbertauernstraße — für die Adria und Venetien

Wer nicht nach Südtirol will, sondern nach Venedig, Grado oder weiter an die Adria, fährt an Brenner und Tauernautobahn vorbei. Die Felbertauernstraße verbindet auf 36 Kilometern das Salzburger Land mit Osttirol, führt an über 30 Dreitausendern vorbei und kostet gut 11 Euro je Einzelfahrt.

Der eigentliche Vorteil liegt woanders: Wer am Grenzübergang Kiefersfelden von der A93 abfährt, berührt keine österreichische Autobahn und spart die Vignette gleich mit. Gegenüber der Tauernautobahn kommen dafür etwa zwei Stunden Fahrzeit dazu. Auf der Strecke steht man dafür fast nie. Die Mautsätze und aktuelle Sperren stehen beim Betreiber, die Vignettenpflicht auf Österreichs Autobahnen erklärt der ADAC für Österreich.

5. San Bernardino — der Westweg zu Comer See, Piemont und Ligurien

Für Ziele westlich des Gardasees führt der Weg durch die Schweiz. Ab Würzburg über Stuttgart, Basel, Zürich und Chur sind es rund 720 Kilometer bis zum Comer See. Der Gotthard-Tunnel ist die bekanntere Variante und in der Hauptsaison das Nadelöhr der Alpen — der San-Bernardino-Tunnel liegt etwa 80 Kilometer weiter, kostet laut ADAC rund anderthalb Stunden mehr Fahrzeit und ist deutlich staufreier.

Die Schweiz hat keine Tages- oder Wochenvignette. Es gibt nur die Jahresvignette für 40 Franken, die für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen gilt. Für eine einzelne Reise ist das der teuerste Einzelposten, für zwei Reisen im Jahr die günstigste Lösung von allen. Fahrzeuge über 3,5 Tonnen zahlen in der Schweiz stattdessen eine Schwerverkehrsabgabe — ein Grund mehr, unter der Grenze zu bleiben.

6. Was das Fahrzeug für die Alpen können muss

Weniger, als die meisten denken. Fernpass, Reschen, Brenner und Felbertauern sind durchgehend zweispurig ausgebaut, ohne Breitenbeschränkung und ohne Kehren, in denen man rangieren müsste. Ein 3,5-Tonner mit 120 oder 140 PS kommt überall hoch. Die Frage ist nicht, ob er es schafft, sondern wie entspannt.

Automatik nimmt die Arbeit ab

An einer zwölf Kilometer langen Steigung schaltet man mit Handschaltung ständig zwischen drittem und viertem Gang. Zwei unserer vier Fahrzeuge haben Automatik. Wer die Alpen zum ersten Mal mit einem Wohnmobil fährt, nimmt eines davon.

Länge zählt erst im Zielgebiet

Auf der Passstraße spielt die Fahrzeuglänge keine Rolle. In Kastelruth, am Gardasee-Westufer und in jedem Bergdorf schon. Unter sechs Metern fährt man dort ohne nachzudenken, darüber plant man Parkplätze vorher.

Höhe entscheidet über die Maut

2,70 Meter Fahrzeughöhe bedeuten in Italien Tarifklasse B. Daran ändert kein Fahrzeug etwas — das gehört einfach in die Kalkulation, nicht in die Überraschung an der Schranke.

Winterreifen sind Pflicht, nicht Empfehlung

In Österreich gilt die situative Winterreifenpflicht von 1. November bis 15. April, in Italien je nach Region eigene Verordnungen. Auf Passstraßen kann auch im Mai Neuschnee liegen.

Welche Bauform sonst wozu passt — Stehhöhe, Heckgarage, Fahrverhalten bei Seitenwind — steht im Vergleich Campervan oder Wohnmobil.

7. Die Route in 14 Tagen — rund 1.800 Kilometer ab Würzburg

Diese Runde nutzt beide Alpenübergänge: mautfrei über Fernpass und Reschen hinein, über den Brenner wieder hinaus. Das kostet auf dem Hinweg Zeit, wenn man sie hat, und spart sie auf dem Rückweg, wenn sie knapp wird.

TagEtappeStreckeNotiz
Tag 1Würzburg → Füssen330 kmA7 durchgehend, Anreisetag
Tag 2Füssen → Fernpass → Reschen → Glurns160 kmDie mautfreie Alpenüberquerung
Tag 3Standtag Vinschgau0 kmRadweg an der Etsch, Reschensee
Tag 4Glurns → Meran → Bozen100 kmObstgärten, Palmen, 300 m Höhe
Tag 5Bozen → Seiser Alm / Kastelruth40 kmDolomiten, Fahrzeug unten abstellen
Tag 6Standtag Dolomiten0 kmSeilbahn statt Serpentinen
Tag 7Kastelruth → Trient110 kmEtschtal nach Süden
Tag 8Trient → Riva del Garda60 kmErster Blick auf den See
Tag 9Standtag Gardasee Nord0 kmPonale-Weg, Torbole
Tag 10Riva → Westufer → Sirmione120 kmDie Tunnelstrecke der SS45bis
Tag 11Sirmione → Verona und zurück40 kmParken außerhalb der ZTL
Tag 12Sirmione → Trient → Brixen220 kmRückweg, jetzt über den Brenner
Tag 13Brixen → Brenner → Augsburg340 kmA13 und A93, früh starten
Tag 14Augsburg → Würzburg250 kmRückgabetag

Neun der vierzehn Tage liegen unter 130 Kilometern, drei bei null. Die Fahrleistung steckt fast komplett in An- und Abreise. Wer nur zehn Tage hat, streicht die Dolomiten-Etappe und den Standtag am Gardasee — der Rest trägt sich auch dann noch. Wie die Runde um den See selbst aussieht, steht in der Gardasee-Route mit zehn Tagesetappen. Wer weiter nach Süden will, hängt die Toskana an — dann sind es allerdings 14 Tage Minimum nur für das eine Ziel.

8. Fahren im Gebirge — was mit 3,5 Tonnen anders ist

Bergauf regelt sich das von selbst: Man fährt im Gang, der die Drehzahl hält, und lässt sich überholen. Interessant wird die Abfahrt. Ein beladenes Wohnmobil wiegt das Doppelte eines Kombis, und die Bremsen sind nicht doppelt so groß.

Die vier Regeln für die Talfahrt

→ Im selben Gang hinunter, in dem man hinaufgefahren wäre

→ Motorbremse arbeiten lassen, Fußbremse nur kurz und kräftig

→ Riecht es nach heißem Metall: anhalten, zehn Minuten stehen lassen

→ Vor der Abfahrt Gasflasche zudrehen und Kühlschrank auf Batterie stellen

Dazu zwei Dinge, die im Gebirge schneller passieren als im Flachland: Die Heizung springt nachts auch im Juli an, wenn man auf 1.200 Metern steht — Gasvorrat entsprechend einplanen. Und der Kühlschrank zieht bei Hitze im Tal mehr Strom, als die Lichtmaschine auf kurzen Etappen nachlädt. Kein Fahrzeug unserer Flotte hat eine Solaranlage verbaut, zwei haben nur die Vorbereitung. Wer autark stehen will, plant alle zwei bis drei Nächte Landstrom ein. Wie das mit Wasser, Gas und Strom im Alltag zusammenspielt, steht in den Fahrtipps für Wohnmobil-Anfänger.

9. Beste Reisezeit für einen Alpen-Roadtrip nach Italien

Zwei Fenster funktionieren: Ende Mai bis Anfang Juli und September bis Mitte Oktober. Die Pässe sind dann sicher offen, in Südtirol liegen die Tagestemperaturen bei 20 bis 27 Grad, und man umgeht die Hauptreisewochenenden.

Die letzten beiden Juli- und die ersten beiden Augustwochen sind die schlechteste Zeit für den Brenner. Wer dann fahren muss, nimmt Reschen oder Felbertauern und startet vor sechs Uhr. Von November bis April ist die Alpenüberquerung mit dem Wohnmobil ohne Weiteres möglich, verlangt aber Winterreifen und einen Blick auf die Passsperren — was dabei sonst zu beachten ist, steht in den Tipps fürs Wintercamping.

10. Was der Roadtrip kostet — 14 Tage, zwei Personen

Gerechnet für die Route oben: 1.800 Kilometer, zwölf Übernachtungen unterwegs, Nebensaison im September, Hinweg mautfrei und Rückweg über den Brenner.

PostenRechnungBetrag
Miete14 Tage ab 105ab 1.470 €
ServicepauschaleReinigung, Vorbereitung, Übergabe — je Buchung139
Diesel1.800 km, 10–12 l/100 km320–380 €
Maut & VignetteHinweg 0 €, Rückweg Vignette, A13 und Autostrada60–80 €
Übernachtung12 Nächte à 25–40 € plus Kurtaxe300–480 €
Summe ohne VerpflegungFahrzeug, Service, Sprit, Maut, Übernachtungrund 2.300–2.550 €

Der Dieselpreis ist mit rund 1,75 Euro je Liter angesetzt. In Österreich liegt er meist darunter, in Italien darüber — wer in Tirol volltankt, spart auf dieser Route gut 20 Euro. Verpflegung kommt obendrauf: zu zweit mit eigener Küche und zwei Restaurantbesuchen pro Woche sind etwa 35 Euro am Tag realistisch. Wie sich Mietpreise generell zusammensetzen, steht im Artikel Was kostet es, ein Wohnmobil zu mieten.

Warum wir die Alpenetappe vor der Abfahrt durchgehen

Hier meine Meinung, und sie richtet sich gegen die halbe Branche: Ein Schlüssel im Kasten und ein Fahrzeug auf dem Parkplatz reichen nicht, wenn jemand am nächsten Tag zum ersten Mal mit 3,5 Tonnen über einen Pass fährt. Der Beleg steht in jeder Erstberatung — die Fragen kommen nicht vor der Buchung, sie kommen an der Mautschranke und an der ersten langen Abfahrt. Ich campe seit 25 Jahren und hatte dieselben Fragen selbst, damals ohne jemanden, der sie beantwortet hat.

Deshalb gehört bei OrcaCampers in der Veitshöchheimer Str. 132 in Würzburg die geplante Strecke zur Übergabe: welcher Übergang zum Ziel passt, wo die Vignette nötig wird und wo nicht, welches der 4 Fahrzeuge zur Route passt. Das dauert zwanzig Minuten.

Wir verleihen keine Fahrzeuge. Wir schicken dich auf Abenteuer.

OrcaCampers — Würzburg

4 Fahrzeuge, ab 105 €/Tag zuzüglich 139 € Servicepauschale. Zwei Kastenwagen mit 5,41 und 5,99 Metern, zwei Teilintegrierte mit Automatik — die angenehmere Wahl für lange Steigungen.

Fahrzeuge ansehen →

11. Häufige Fragen zum Italien-Roadtrip über die Alpen

Welche Alpenroute ist für einen Italien-Roadtrip mit dem Wohnmobil die beste?

Das entscheidet das Ziel, nicht die Landschaft. Für Südtirol, Gardasee und die Toskana ist der Brenner der kürzeste Weg, der Reschenpass die ruhigere Alternative. Für die Adria und Venetien führt die Felbertauernstraße staufrei durch Osttirol. Für Comer See, Ligurien und Piemont liegt der San-Bernardino-Tunnel richtig. Die häufigste Fehlentscheidung ist nicht die falsche Route, sondern zu wenig Zeit: Mit zwei Fahrtagen hin und zwei zurück wird jede dieser Strecken angenehm, mit einem nicht.

Wie komme ich mautfrei mit dem Wohnmobil über die Alpen nach Italien?

Über Fernpass und Reschenpass. Beide Straßen sind gebührenfrei, und wer ab Füssen über die B179 und die Fernpassstraße fährt, braucht auch keine österreichische Autobahnvignette. Die Strecke führt durchs Außerfern, das Oberinntal und über den Reschen ins Vinschgau. Sie kostet gegenüber der Brennerautobahn rund zwei Stunden mehr und spart etwa 40 Euro. Auch die alte Brennerstraße B182 von Innsbruck nach Sterzing ist mautfrei, sie hat aber Steigungen bis 12 Prozent.

Was kostet die Alpenüberquerung mit dem Wohnmobil nach Italien?

Zwischen 0 und rund 75 Euro je Richtung, je nach Route. Mautfrei über Fernpass und Reschen: 0 Euro. Über Österreichs Autobahnen und den Brenner: 12,80 Euro für die 10-Tages-Vignette plus 12,50 Euro Sondermaut auf der A13. Über die Felbertauernstraße: gut 11 Euro je Fahrt, dafür ohne Vignette, wenn man bei Kiefersfelden von der A93 abfährt. Über die Schweiz: 40 Franken Jahresvignette, die für Wohnmobile bis 3,5 Tonnen gilt.

Ist der Brenner 2026 für Wohnmobile eine gute Wahl?

Unter der Woche ja, am Wochenende selten. Die Luegbrücke auf der A13 wird saniert und ist seit Januar 2025 überwiegend nur einspurig je Richtung befahrbar, die Arbeiten laufen voraussichtlich bis Ende 2027. Für 2026 sind rund 180 Tage mit zweispuriger Verkehrsführung angekündigt. An Ferienwochenenden steht man dort trotzdem. Wer Dienstag früh fährt, merkt von der Baustelle wenig.

Welche Alpenpässe darf ich mit einem Wohnmobil bis 3,5 Tonnen fahren?

Fast alle. Fernpass, Reschenpass, Brennerpass und Felbertauernstraße sind durchgehend zweispurig, gut ausgebaut und ohne Längen- oder Breitenbeschränkung für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen befahrbar. Einschränkungen betreffen meist Gespanne, nicht Wohnmobile. Auf schmalen Mautstraßen wie der Timmelsjoch-Hochalpenstraße gelten eigene Regeln, und dort ist die Frage ohnehin nicht, ob man darf, sondern ob man will.

Wie lange dauert die Fahrt von Würzburg nach Italien über die Alpen?

Bis zum Gardasee sind es rund 640 Kilometer und realistisch acht bis neun Stunden mit Pausen, bis Bozen rund 550 Kilometer. Über Fernpass und Reschen kommen ungefähr zwei Stunden dazu. Beides ist an einem Tag fahrbar, aber keine gute Idee: Ein 3,5-Tonner fährt Steigungen mit 80 statt 130, und der erste Urlaubstag ist dann vorbei.

Wann ist die beste Reisezeit für einen Italien-Roadtrip über die Alpen?

Ende Mai bis Anfang Juli und September bis Mitte Oktober. Die Passstraßen sind dann sicher offen, die Temperaturen in den Tälern liegen bei 20 bis 27 Grad, und die Hauptreisewochenenden im Juli und August sind umgangen. Zwischen November und April sind Winterreifen in Österreich und Südtirol Pflicht, und einzelne Passstraßen sind gesperrt.

Braucht man für die Alpen ein Wohnmobil mit Automatik?

Nötig ist sie nicht, angenehm schon. Ein Schaltgetriebe verlangt an langen Steigungen und in Kehren mehr Aufmerksamkeit, eine Automatik nimmt das ab. Zwei unserer vier Fahrzeuge haben Automatik, zwei ein Schaltgetriebe. Wer zum ersten Mal ein Wohnmobil über einen Pass fährt und die Wahl hat, nimmt die Automatik.

Ben Neuendorf — Gründer OrcaCampers

Ben Neuendorf

Gründer OrcaCampers · 25 Jahre Camping-Erfahrung · Würzburg

Ich vermiete nicht weil ich muss. Ich vermiete weil ich weiß wie gut das Camping-Leben ist — und weil zu viele Anbieter das vergessen haben.

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