Wer ein Wohnmobil günstig mieten will, spart am meisten über den Reisezeitpunkt: In der Nebensaison liegt der Preis 30 bis 40 Prozent unter dem Grundpreis, im Hochsommer zahlst du bis zu 40 Prozent mehr. Der zweite große Hebel ist der Selbstbehalt, der bei uns von 1.500 auf 250 Euro sinkt. Alles andere sind Kleinigkeiten, die sich aber zusammen läppern.
Ich campe seit 25 Jahren und vermiete seit Januar 2026 in Würzburg. Die Frage nach dem günstigsten Preis höre ich bei fast jeder Anfrage. Meine Antwort ist selten der niedrigste Tagespreis, sondern die ehrliche Gesamtrechnung. Hier sind die neun Punkte, die dafür wirklich zählen. Die Preise im Detail findest du im Artikel Was kostet ein Wohnmobil mieten.
1. Die Saison wählen: der größte Hebel
Ein Wohnmobil kostet im August nicht dasselbe wie im Februar, obwohl es dasselbe Fahrzeug ist. Die Aufschläge sind erheblich. Die Tabelle zeigt typische Faktoren und eine Rechnung für sieben Tage mit einem angenommenen Grundpreis von 100 Euro pro Tag. Es ist ein Rechenbeispiel, kein Angebot.
| Zeitraum | Preisfaktor | 7 Tage bei 100 € Grundpreis |
|---|---|---|
| Januar bis März | 30 bis 40 % günstiger | ca. 600 bis 700 € |
| April und Mai | Grundpreis | ca. 1.000 € |
| Juni bis August | 25 bis 40 % teurer | ca. 1.250 bis 1.400 € |
| September und Oktober | 10 bis 15 % teurer | ca. 1.100 bis 1.150 € |
| November und Dezember | 20 bis 35 % günstiger | ca. 650 bis 800 € |
Zwischen Hochsommer und Februar liegen bei diesem Beispiel mehr als 600 Euro für dieselbe Woche. Wer an die Schulferien gebunden ist, kann das nicht ändern. Wer flexibel ist, nimmt Mai oder Anfang September: gutes Wetter, leerere Stellplätze, kein Ferienaufschlag. Einen Winterurlaub im Camper rechnen wir im Artikel zum Wintercamping im Skigebiet Posten für Posten durch.
2. Früh buchen und trotzdem flexibel bleiben
Für den Sommer empfiehlt der Ratgeber von wissen.de mit ADAC und CLU eine Buchung rund sechs Monate vor Reisebeginn. Frühbucher-Aktionen für das Folgejahr laufen demnach häufig von August bis Dezember. Das gilt für Vermieter mit großen Flotten. Bei vier Fahrzeugen wie bei uns sind die beliebten Wochen schlicht früher weg.
Der Trick ist die Kombination: früh buchen, wenn der Termin feststeht, und bei offenem Termin einen Zeitraum wählen, in dem mehrere Wochen funktionieren. Das Wochenende von Freitag bis Montag ist fast immer teurer als dieselbe Zeit von Montag bis Donnerstag. Frag bei der Anfrage nach, ob der Anreisetag verschoben werden kann.
3. Mietdauer und Rabatte
Langzeitrabatte gibt es bei vielen Vermietern, nach dem genannten Ratgeber häufig ab drei Wochen. Für eine einzelne Woche ist das keine Lösung, wohl aber ein Grund, in der Nebensaison einmal zehn statt sieben Tage zu planen. Der Tagespreis sinkt dann oft stärker, als eine zusätzliche Nacht kostet. Rabatte stehen selten auf der Preisliste. Frag danach, höflich und konkret, mit Reisedaten.
4. Das kleinere Fahrzeug nehmen
Nach den Zahlen von t-online kostet ein kleines Wohnmobil in der Nebensaison 90 bis 110 Euro pro Tag. Ein Teilintegrierter liegt bei etwa 120 Euro, ein Alkoven bei 130 und ein Vollintegrierter bei 150 Euro. Luxusmodelle gehen bis 300 Euro. Das sind 30 bis 60 Euro Unterschied pro Tag, also über eine Woche leicht 200 bis 400 Euro, bevor du losfährst.
Dazu kommt der Sprit. Ein kompakter Kastenwagen verbraucht weniger als ein Sieben-Meter-Fahrzeug, und er passt auf mehr Stellplätze. Meine Meinung dazu: Größe wird überschätzt. Zu zweit reicht ein Fahrzeug mit sechs Metern Länge völlig, und es fährt sich wie ein großer Transporter. Mehr zur Fahrzeugwahl steht in der Übersicht Campervan oder Wohnmobil.
5. Den Selbstbehalt senken statt am Preis zu feilschen
Das ist der Punkt, an dem Sparangebote kippen. Ein Wohnmobil für 20 Euro weniger pro Tag nützt dir nichts, wenn beim ersten Parkrempler 1.500 Euro Selbstbehalt fällig werden. Bei uns lässt sich der Betrag über urlaubsschutzpaket.de auf 250 Euro senken. Der wissen.de-Ratgeber nennt als üblichen Bereich 200 bis 250 Euro.
Rechne die Gebühr gegen das Risiko: Wer zum ersten Mal ein Wohnmobil fährt, hat nach meiner Erfahrung eher eine Schramme als Glück. Alle Details zur Absicherung stehen im Artikel Wohnmobil Versicherung und Selbstbehalt.
6. Kostenfallen im Angebot prüfen
Ein niedriger Tagespreis ist Werbung. Entscheidend ist die Summe. Diese Posten solltest du vor der Buchung auf dem Tisch haben:
- →Kaution, oft 1.000 bis 2.500 Euro, und wann sie zurückkommt.
- →Kilometer: inklusive oder 0,25 bis 0,40 Euro je Kilometer? Bei 2.000 Kilometern sind das 500 bis 800 Euro.
- →Service- oder Endreinigungspauschale. Bei uns sind es 139 Euro Servicepauschale, sichtbar vor der Buchung.
- →Bettwäsche, Geschirr, Campingstühle: im Preis oder extra?
- →Verspätungsgeld und Regeln bei Rückgabe mit leerem Tank oder vollem Abwassertank.
Die Spannen stammen aus dem Marktüberblick in unserem Kostenartikel. Wie du die Rückgabe ohne Zusatzkosten hinbekommst, steht in Campervan reinigen bei der Rückgabe.
7. Privat oder gewerblich mieten
Sharing-Plattformen bieten Fahrzeuge ab 60 bis 70 Euro pro Tag an, nach den Zahlen von t-online. Das ist günstig, und für erfahrene Camper kann es passen. Für Erstmieter sehe ich zwei Haken: Es gibt selten eine Einweisung, und die Versicherung im Schadensfall ist je nach Anbieter ganz unterschiedlich geregelt. Frag nach der Zulassung für die Vermietung und der Höhe des Selbstbehalts, bevor du buchst.
Wer zum ersten Mal fährt, spart an der falschen Stelle, wenn er die Einweisung weglässt. Die Stiftung Warentest rät in ihren Tipps zum Wohnmobil mieten zu einer Größe, die du sicher fährst. Was beim ersten Mal sonst wichtig ist, steht im Artikel Die erste Wohnmobil-Reise.
8. Unterwegs sparen: Stellplatz, Essen, Strecke
Die Miete ist nur ein Teil der Reise. Stellplätze kosten zwischen 8 und 40 Euro pro Nacht, und der Unterschied zwischen einem kommunalen Platz und einem Campingplatz am See ist erheblich. Wer bei sieben Nächten im Schnitt 15 statt 35 Euro zahlt, spart 140 Euro. Eine Übersicht der Typen und Preise liefert unser Artikel zu Stellplätzen in ganz Deutschland.
Dazu kommt die Strecke: Wer Fahrtage kürzt, spart Sprit und Nerven. Fünf Stunden Fahrt pro Tag sind für einen Urlaub zu viel. Plane lieber zwei Standorte statt fünf. Kochen an Bord spart das Restaurant, wenn die Packliste stimmt, die wir im Artikel Wohnmobil Packliste beschreiben.
9. Abholort und Anreise einrechnen
Ein Vermieter 200 Kilometer entfernt kostet Fahrtzeit, Sprit und eine Zugfahrt. Der Preisvorteil von 15 Euro pro Tag ist dann nach einer Woche aufgebraucht. Wir sitzen in Würzburg und vermieten im Umkreis von rund 100 Kilometern, also für Nürnberg, Frankfurt, Bamberg oder Schweinfurt. Wer aus der Region kommt, startet vom Haus aus und spart die Anreise. Fahrzeuge und Preise findest du auf orcacampers.de.
Wir verleihen keine Fahrzeuge. Wir schicken dich auf Abenteuer.
OrcaCampers, Würzburg
4 Fahrzeuge, persönliche Übergabe mit Einweisung. Ab 105 €/Tag zuzüglich 139 € Servicepauschale. Alle Posten stehen vor der Buchung fest.
Verfügbarkeit prüfen →Weiterführende Artikel
Häufige Fragen zum günstigen Wohnmobil mieten
Wann ist Wohnmobil mieten am günstigsten?
In der Nebensaison. Von Januar bis März liegen die Preise etwa 30 bis 40 Prozent unter dem Grundpreis, im November und Dezember rund 20 bis 35 Prozent. In der Hochsaison von Juni bis August zahlst du 25 bis 40 Prozent mehr. Wer flexibel ist, fährt im Mai oder im September und spart gegenüber den Sommerferien deutlich.
Wie viel kostet ein Wohnmobil günstig pro Tag?
Kleine Wohnmobile liegen in der Nebensaison laut t-online bei 90 bis 110 Euro pro Tag, teilintegrierte Modelle bei etwa 120 Euro, Alkoven bei 130 und Vollintegrierte bei 150 Euro. Bei OrcaCampers in Würzburg starten die Preise bei 105 Euro pro Tag, dazu kommt eine Servicepauschale von 139 Euro.
Lohnt sich Wohnmobil mieten von privat?
Manchmal, aber nicht automatisch. Private Sharing-Fahrzeuge starten laut t-online bei 60 bis 70 Euro pro Tag. Dafür fehlen oft Einweisung, feste Ansprechpartner und eine klare Versicherungslage. Prüfe vor der Buchung, ob das Fahrzeug für die Vermietung zugelassen und versichert ist und wie hoch der Selbstbehalt im Schadensfall ausfällt.
Wie spare ich bei der Versicherung beim Wohnmobil mieten?
Der Selbstbehalt ist der größte Hebel. Er liegt bei uns bei 1.500 Euro und lässt sich über urlaubsschutzpaket.de auf 250 Euro senken. Das kostet eine Gebühr, schützt aber vor einer Rechnung, die den Preisvorteil eines Sparangebots komplett auffrisst. Wie das genau funktioniert, steht im Artikel zum Selbstbehalt.
Welche versteckten Kosten gibt es beim Wohnmobil mieten?
Typisch sind Kaution (oft 1.000 bis 2.500 Euro), Kilometergebühren (häufig 0,25 bis 0,40 Euro je Kilometer), Reinigungspauschalen, Servicegebühren, Bettwäsche und Campingausstattung als Extra sowie Verspätungsgeld bei der Rückgabe. Ein günstiger Tagespreis sagt wenig, solange diese Posten nicht auf dem Tisch liegen.
Ab wie vielen Tagen gibt es Rabatt beim Wohnmobil mieten?
Viele Vermieter gewähren Langzeitrabatte, nach einer Auskunft im wissen.de-Ratgeber von ADAC und CLU häufig ab drei Wochen Mietdauer. Bei kürzeren Reisen lohnt sich eher die Verschiebung in die Nebensaison als eine längere Reise. Frag direkt nach, denn Rabatte stehen selten auf der Preisliste.
Wie weit im Voraus sollte ich ein günstiges Wohnmobil buchen?
Für den Sommer rund sechs Monate vorher. Frühbucher-Angebote für das nächste Jahr laufen häufig zwischen August und Dezember. Für Nebensaison-Termine reicht oft ein Zeitraum von zwei bis vier Wochen, allerdings hast du dann weniger Auswahl bei den Fahrzeugen.
Ben Neuendorf
Gründer von OrcaCampers in Würzburg, 25 Jahre Camping-Erfahrung.
Ich vermiete, weil ich weiß, wie gut das Camping-Leben ist, und weil zu viele Anbieter das vergessen haben.

