Wintercamping im Skigebiet ist für zwei Personen gut 1.000 Euro günstiger als ein Ferienhaus am selben Ort. Das ist keine Schätzung. Ein Wohnmobilvermieter hat es im Januar selbst ausprobiert, fünf Nächte bei St. Anton am Arlberg, nachts bis minus 20 Grad, und jede Quittung aufgeschrieben. Wir haben seine Rechnung genommen und unsere eigenen Mietpreise ab Würzburg eingesetzt.
Wer im Januar ein Zimmer in Liftnähe sucht, kennt den Moment: Man sieht den Preis für fünf Nächte und schließt den Tab wieder. Dazu kommt der Skipass, in St. Anton 81 Euro pro Tag und Person. Im Sommer denkt jeder beim Wohnmobil an Urlaub, im Winter kaum jemand. Dabei sind die Plätze am Skigebiet im Januar oft noch frei, und die Heizung im Wohnmobil läuft länger durch, als die meisten glauben.
1. Die Rechnung aus St. Anton: 557 Euro ohne Miete
Fünf Nächte, zwei Personen, Anfang Januar in der Nebensaison. Stellplatz auf dem Campingpark Austria in Pettneu, wenige Kilometer vor St. Anton. Gegessen wurde meist im Wohnmobil, geduscht im Wellnessbereich des Platzes.
| Posten | Rechnung | Betrag |
|---|---|---|
| Stellplatz | 5 Nächte à 30 € | 150 € |
| Strom | für fünf Nächte | 15 € |
| Duschen | 7 € pro Person, dreimal | 42 € |
| Lebensmittel | zu zweit, inklusive Snacks | 200 € |
| Sprit | Hin- und Rückfahrt | 150 € |
| Summe ohne Miete | 55,70 € pro Person und Nacht | 557 € |
Die Gegenrechnung kam von einem Buchungsportal, für denselben Ort und dieselbe Zeit. Ein Hotel für zwei startete bei rund 2.000 Euro, ohne Essen. Günstigere Zimmer lagen 15 Kilometer außerhalb, also wieder mit dem Auto zum Lift. Ein Ferienhaus kostete anteilig 1.000 Euro für zwei Personen, dazu 100 Euro Sprit und rund 350 Euro für die Abende im Restaurant, weil man trotz Küche abends meistens doch rausgeht. Macht 2.450 Euro.
Zwei Dinge fehlen in der Camping-Rechnung, und sie gehören der Ehrlichkeit halber dazu: Mittags wurde auf der Hütte gegessen, das taucht bei den 200 Euro nicht auf. Und die Fahrzeugmiete fehlt, weil der Vermieter sein eigenes Fahrzeug fuhr. Die setzen wir jetzt ein.
2. Dieselbe Reise ab Würzburg: rund 141 Euro pro Person und Nacht
Gerechnet mit dem Etrusco V 5.9 DF, unserem Teilintegrierten mit Automatik und isoliertem Abwassertank. Fünf Miettage, Abholung in Würzburg, gleiches Ziel am Arlberg, gleiche Kosten vor Ort. Die Strecke Würzburg bis Pettneu und zurück sind rund 900 Kilometer.
| Posten | Rechnung | Betrag |
|---|---|---|
| Miete | 5 Tage à 135 €, Vollkasko inklusive | 675 € |
| Servicepauschale | Vorbereitung, Reinigung, Einweisung | 139 € |
| Vor Ort | Stellplatz, Strom, Duschen, Essen wie oben | 407 € |
| Diesel | 900 km, 11 l/100 km, 1,75 €/l | rund 175 € |
| Vignette Österreich | 10 Tage, bis 3,5 t | 12,80 € |
| Gesamt für zwei | rund 141 € pro Person und Nacht | rund 1.409 € |
Gegen die 2.450 Euro aus dem Ferienhaus bleiben rund 1.040 Euro übrig. Das sind die Skipässe für zwei Personen an sechs Tagen, mit Rest. Die 250 Freikilometer pro Tag ergeben bei fünf Tagen 1.250 Kilometer, die 900 Kilometer an den Arlberg sind damit abgedeckt. AdBlue ist voll, wenn du losfährst.
Die Zahlen stammen aus der ersten Januarwoche, also aus der Nebensaison. In den Weihnachtsferien und in den Faschingsferien steigen die Preise auf beiden Seiten, und die Plätze mit Liftanschluss sind früh voll. Wer dann fahren will, reserviert den Stellplatz schon im Herbst. Der Abstand zum Hotel wird in der Hauptsaison eher größer als kleiner, weil Zimmerpreise stärker anziehen als Stellplatzgebühren.
Wer statt an den Arlberg ins Allgäu fährt, spart knapp 300 Kilometer Diesel und die Vignette. Dort liegen allerdings auch die Hotelpreise niedriger als in St. Anton. Die Gegenrechnung für dein Ziel dauert fünf Minuten: Hotelsuche für deine Reisetage öffnen, Preis für zwei notieren, Abendessen dazurechnen. Wie sich Mietpreise generell zusammensetzen, steht im Artikel Was kostet es, ein Wohnmobil zu mieten.
3. Morgens am Lift: was das Wohnmobil dem Hotel voraus hat
Die Ersparnis ist das eine. Der Tagesablauf ist das andere. Du wachst auf, die Heizung hat die Nacht durchgelaufen, der Kaffee ist in vier Minuten fertig, und der Skibus hält vor dem Platz. Kein Frühstücksbuffet mit Uhrzeit, kein Parkhaus, keine Skier auf dem Autodach.
Mittagspause im eigenen Wohnzimmer
Wer am Platz mit Liftnähe steht, fährt mittags ab, isst im Wohnmobil und ist in einer Stunde wieder oben. Die Hüttenpreise zahlt man dann einmal am Tag weniger.
Der Schnee entscheidet, nicht die Buchung
Liegt am Wochenende im Kleinwalsertal besser Schnee als in Oberstdorf, fährst du die 20 Minuten rüber. Ein Hotelzimmer lässt sich nicht umbuchen.
Heckgarage als Skikeller
Ski, Stöcke und Skischuhe kommen in die Heckgarage und bleiben aus dem Wohnraum heraus. Nur die nassen Handschuhe wandern abends an die Heizung.
Und die Wärme hält mit. Alle 4 Fahrzeuge haben eine Truma Combi 4, die Wohnraum und Warmwasser gleichzeitig mit Gas heizt, und zwei 11-kg-Flaschen an Bord. Im St.-Anton-Versuch reichten zwei Flaschen für sieben Tage durchgehendes Heizen, tagsüber auf Stufe 2, abends und nachts auf Stufe 3 bis 4. Den Vermieter selbst hat das überrascht.
4. Was im Wohnmobil unbequemer ist als im Hotel
Wer bucht, sollte wissen, worauf er sich einlässt. Die Dusche im Fahrzeug ist klein, deshalb nutzen fast alle Wintercamper das Sanitärgebäude des Platzes. Nasse Skisachen brauchen einen Platz zum Trocknen, und nach drei Tagen sieht der Wohnraum nach Skiurlaub aus. Wer einen Platz mit Trockenraum wählt, hat das Problem halbiert.
Dazu kommt: Steht das Wohnmobil einmal auf dem Platz, bewegt man es ungern. Schnee auf dem Dach, Stromkabel eingesteckt, Keile untergelegt. Wer jeden Tag ein anderes Skigebiet fahren will, plant anders als jemand, der fünf Tage bleibt.
Wenn dich das nicht schreckt, wirst du den Skiurlaub im Wohnmobil lieben. Wenn du nach dem Pistentag Sauna und Zimmerservice brauchst, bleib beim Hotel. Beides ist in Ordnung.
5. Campingplätze in Skigebieten ab Würzburg
Sieben Plätze mit Wintercamping, sortiert nach Entfernung von unserem Standort in der Veitshöchheimer Str. 132 in Würzburg. Die Entfernungen sind gerundete Straßenkilometer. Öffnungszeiten und Mindestaufenthalt ändern sich von Saison zu Saison, deshalb vor der Buchung immer direkt beim Platz nachfragen.
Rhön Camping-Park
gut 100 kmEhrenberg, Rhön
Ganzjährig geöffnet, auf 550 Metern Höhe im Naturpark Rhön. Die Skilifte an der Wasserkuppe liegen in der Nähe, dazu Loipen und Rodelbahnen.
Passt zu: Das erste Winterwochenende, zwei bis drei Nächte
Campingplatz Fichtelsee
rund 200 kmFichtelberg, Fichtelgebirge
Die Loipe beginnt direkt am Platz, die Pisten am Ochsenkopf liegen in unmittelbarer Nähe. Gut für Langläufer, die zwischendurch Abfahrt fahren wollen.
Passt zu: Langlauf und ruhige Skitage ohne Alpenanfahrt
Camping Oberstdorf
gut 300 kmOberstdorf, Allgäu
Ganzjährig geöffnet, Skibus ab Platz, Skilift in 3 Kilometern, Skitrockenraum vorhanden. Blick auf die Skisprungschanze.
Passt zu: Eine ganze Skiwoche in Deutschland
Camping Grüntensee
knapp 300 kmWertach, Allgäu
Loipe am Platz, Skilift in fünf Minuten, Skibus und Skitrockenraum. Im Winter gilt ein Mindestaufenthalt von vier Nächten.
Passt zu: Familien, die eine Woche an einem Ort bleiben
Camping Jochum
gut 300 kmRiezlern, Kleinwalsertal
Skibus-Haltestelle direkt am Platz, der nächste Skilift liegt 400 Meter entfernt. Der Bus im Kleinwalsertal ist für Gäste kostenlos.
Passt zu: Skifahrer, die das Wohnmobil eine Woche stehen lassen wollen
Alpencamping Haller
gut 300 kmRiezlern, Kleinwalsertal
Mehrere Lifte und Loipen in Gehweite, Skikeller, Trockenraum und abschließbare Skispinde mit Stiefelheizung. Geöffnet von Mitte Dezember bis Ende April.
Passt zu: Wer den Komfort eines Skihotels nicht ganz aufgeben will
Campingpark Austria
rund 450 kmPettneu am Arlberg, Tirol
Der Platz aus der Rechnung unten. St. Anton liegt wenige Kilometer entfernt, geduscht wurde im angeschlossenen Wellnessbereich.
Passt zu: Das große Skigebiet, für mindestens fünf Nächte
Meine Empfehlung für die erste Wintertour: nicht gleich an den Arlberg. Fahr ein Wochenende in die Rhön, lern die Heizung, den Frostwächter und das Abwasser bei Minusgraden kennen, und buch die Alpenwoche danach. Wer in der Rhön einmal morgens bei minus zehn Grad den Abwasserhahn aufgedreht hat, macht es in Tirol richtig. Eine Übersicht über Plätze in deutschen Skigebieten mit Suchfilter hat PiNCAMP, das Campingportal des ADAC.
Freistehen im Schnee ohne Strom ist für eine Wintertour keine gute Idee. Kein Fahrzeug unserer Flotte hat eine Solaranlage, und im Januar lädt die Lichtmaschine auf kurzen Strecken weniger nach, als Heizungsgebläse und Kühlschrank ziehen. Ein Platz mit Landstrom ist im Winter Pflicht.
6. Frost im Skigebiet: die fünf Handgriffe
Im St.-Anton-Versuch sind bei minus 20 Grad beide Wasserleitungen eingefroren, im Bad und in der Küche. Sichtbar wurde es am Waschbecken, in dem das Wasser stand. Die Ursache war der geschlossene Abwassertank: Das zurückgestaute Wasser gefror, und die Eisschicht wanderte die Leitung hinauf. Ein Tag Werkstatt. Das lässt sich vermeiden.
→ Abwasserhahn offen lassen. Unter etwa minus fünf Grad einen Eimer oder rollbaren Abwasserbehälter darunterstellen und das Wasser ablaufen lassen, statt es im Tank zu sammeln.
→ Heiß spülen. Boiler auf 60 Grad, nach dem Abwasch heiß nachlaufen lassen.
→ Heizung zuerst, Wasser danach. Der Frostwächter am Boiler öffnet sich unter etwa 4 Grad und lässt das Wasser ab. Kommt kein warmes Wasser, ist das fast immer der Grund. Wie man ihn wieder schließt, zeigen wir bei der Übergabe.
→ Kamin und Kondenswasser freihalten. Liegt Schnee vor dem Abgaskamin außen an der Wand, schaltet die Heizung ab. Das Kondenswasser daneben friert bei starkem Frost am Auslass fest. Einmal am Tag nachsehen.
→ Anrufen, nicht aufschrauben. Der Vermieter aus St. Anton hat versucht, den Ablauf selbst zu reparieren, und dabei den Stutzen undicht gerissen. Aus einer Kleinigkeit wurde ein Werkstattfall.
Ein Tipp für kalte Nächte: Über das Fahrerhaus kommt die meiste Kälte in den Wohnraum. Eine Isoliermatte außen vor Front- und Seitenscheiben macht spürbar etwas aus. Wie die Heizung genau arbeitet, erklärt der Hersteller Truma. Heizstufen, Packliste und alles, was über den Skiurlaub hinausgeht, stehen in unseren Tipps fürs Wintercamping mit dem Wohnmobil.
7. Welches Wohnmobil für den Skiurlaub passt
Für eine Woche im Skigebiet empfehlen wir einen der beiden Teilintegrierten auf Ford Transit. Beide haben Automatik und einen isolierten Abwassertank mit 95 Litern. Der V 5.9 DF ist mit 5,99 Metern der handlichere, der V 6.8 SCF mit 6,83 Metern hat mehr Platz, wenn Skisachen trocknen müssen. Für ein Wochenende in der Rhön reicht auch einer der beiden Kastenwagen.
Alle vier liegen bei 3,5 Tonnen und werden mit Führerschein Klasse B gefahren. In Österreich gilt vom 1. November bis 15. April die situative Winterreifenpflicht, in Deutschland gilt sie bei winterlichen Straßenverhältnissen. Was du für die Anreise über Pässe und Schneefahrbahn wissen musst, gehen wir bei der Übergabe mit dir durch. Was sonst in die Taschen gehört, steht in der Packliste fürs Wohnmobil.
Warum wir die Wintertour vor der Abfahrt durchgehen
Ich campe seit 25 Jahren, und die Fragen vor der ersten Wintertour sind immer dieselben: Reicht das Gas. Friert etwas ein. Was mache ich, wenn morgens kein warmes Wasser kommt. Deshalb gehört bei OrcaCampers in Würzburg im Winter eine eigene Einweisung zur Übergabe: Heizung, Frostwächter, Abwasser, Kamin. Das dauert eine Viertelstunde und spart dir den Tag in der Werkstatt.
Wir verleihen keine Fahrzeuge. Wir schicken dich auf Abenteuer.
OrcaCampers, Würzburg
4 Fahrzeuge, auch im Winter. Ab 105 €/Tag zuzüglich 139 € Servicepauschale, Truma-Heizung und zwei Gasflaschen in jedem Fahrzeug, Winter-Einweisung bei der Übergabe.
Verfügbarkeit im Winter prüfen →Weiterführende Artikel
8. Häufige Fragen zum Wintercamping im Skigebiet
Ist Wintercamping im Skigebiet günstiger als ein Hotel?
In den meisten Fällen ja, und zwar deutlich. Fünf Nächte zu zweit am Arlberg kosten mit einem gemieteten Wohnmobil ab Würzburg rund 1.409 Euro, inklusive Miete, Stellplatz, Strom, Duschen, Essen, Diesel und Vignette. Ein Ferienhaus am selben Ort kam für dieselbe Zeit mit Anfahrt und Abendessen auf rund 2.450 Euro, ein Hotel startete ohne Essen bei rund 2.000 Euro. Der Skipass ist in beiden Rechnungen nicht enthalten, weil er gleich viel kostet.
Kann man im Winter ein Wohnmobil mieten?
Ja. Bei OrcaCampers in Würzburg stehen alle vier Fahrzeuge auch im Winter zur Verfügung. Alle haben eine Truma Combi 4, die Wohnraum und Warmwasser mit Gas heizt, und zwei 11-kg-Gasflaschen an Bord. Bei der Übergabe erklären wir die Heizung, den Frostwächter am Boiler und was bei Minusgraden mit dem Abwasser passiert.
Was kostet ein Campingplatz im Skigebiet pro Nacht?
Das schwankt stark mit der Lage. Im Beispiel aus St. Anton kostete der Stellplatz 30 Euro pro Nacht, dazu 15 Euro Strom für fünf Nächte und 7 Euro pro Person für die Dusche im angeschlossenen Wellnessbereich. Plätze mit Skikeller, Trockenraum und Lift in Gehweite liegen in den Alpen oft deutlich darüber. In der Rhön und im Fichtelgebirge ist es meist günstiger.
Wie viel Gas braucht ein Wohnmobil im Winter?
Weniger als viele befürchten. Im St.-Anton-Versuch reichten zwei Gasflaschen für sieben Tage durchgehendes Heizen bei Nachttemperaturen bis minus 20 Grad, tagsüber auf niedriger Stufe, abends und nachts höher. Unsere Fahrzeuge haben zwei 11-kg-Flaschen an Bord. Wer länger als eine Woche bleibt, fragt am Campingplatz nach einer Tauschflasche.
Friert das Wasser im Wohnmobil beim Wintercamping ein?
Die Leitungen im beheizten Innenraum nicht, solange die Heizung läuft. Kritisch ist das Abwasser. Steht bei starkem Frost der Abwassertank zu, staut sich das Wasser zurück, gefriert, und das Eis wächst die Leitung hinauf bis ins Waschbecken. Unter etwa minus fünf Grad deshalb den Abwasserhahn öffnen und einen Eimer oder rollbaren Abwasserbehälter darunterstellen.
Wo kann man ab Würzburg mit dem Wohnmobil Ski fahren?
Am nächsten liegt die Rhön mit der Wasserkuppe, gut 100 Kilometer entfernt. Das Fichtelgebirge mit dem Ochsenkopf liegt rund 200 Kilometer östlich. Für eine ganze Skiwoche lohnt sich das Allgäu rund um Oberstdorf und das Kleinwalsertal mit gut 300 Kilometern Anfahrt. Der Arlberg in Tirol ist mit rund 450 Kilometern die weiteste der üblichen Strecken.

Ben Neuendorf
Gründer OrcaCampers · 25 Jahre Camping-Erfahrung · Würzburg
Ich vermiete nicht weil ich muss. Ich vermiete weil ich weiß wie gut das Camping-Leben ist, und weil zu viele Anbieter das vergessen haben.

